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Affären und schlechte Umfragewerte

Weimer, Merz und Günther: Getroffene Hunde bellen

Um in dieses Thema einsteigen zu können, muss zunächst einmal ein bisschen Schutt beiseite geräumt werden. Und es müssen ein paar tatsächliche Ankerpunkte her.

Lanz und das ZDF gerieren sich, als sei die Lanz-Talkshow systemrelevant, too big to fail. Die inkriminierte Lanz-Sendung vom 7. Januar 2026 mit dem Ministerpräsidenten von Schleswig Holstein, Daniel Günther, als Stargast war in den letzten zehn Minuten von vielen, teils aggressiven, Angriffen auf die kleinen sogenannten alternativen Medien, von denen es überhaupt nur wenige gibt, geprägt. Namentlich von Angriffen auf das Nachrichtenportal Nius. Von Günther gab es ladungsweise abwertende, unspezifische, aber brutale Herabsetzungen: Das sei Kampagnenjournalismus, faktenfreier Journalismus, Nicht -Journalismus, extremistisch, agitatorisch, exzessiv, demokratiegefährdend – in zehn Jahren sei unsere Republik nicht wieder zu erkennen, wenn wir nicht aufpassten. Es seien „unsere Gegner“ und „Feinde der Demokratie“.  

Der Frager Lanz, der sich nur allzu gern selbst reden hört, schaukelte die Kiste mit Günther durch Nachfragen und Einwürfe in ungeahnte Höhen. Und die niveaulose, komplett faktenfreie Stammtischerei, die Günther vor sich hin nölte, machte es den angegriffenen Nius-Leuten danach in der Tat schwer, den giftigen Brei zu strukturieren. Und nachzuweisen, dass Günther tatsächlich Zensur gegen Nius gefordert hatte. Dass Günther das Portal in übelster Weise ex kathedra seines Kieler Staatsamtes beschimpft und alle „zivilgesellschaftliche(n) Organisationen“ im Land dazu aufgefordert hat, gegen diese Portale zu kämpfen, ist allerdings Fakt.

Günther kommt mit seiner etwas einfacheren, nordlicht-tümelnden Sprache als so‘n gemütlicher Mann von zwischen den Meeren daher, ist aber ein Scharfmacher. Er reißt, mehr assoziativ als argumentativ, alles und nichts an, will aber autoritär durchgreifen: In einer einzigen Sendung forderte Günther ein Parteien-Verbot (AfD), ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige für ganz Europa, er will den Einfluss großer Tech - Unternehmen (ein bisschen verschwörungstheoretisch) zurückdrängen, offenbar auch bis hin zu Verboten, und schließlich ihm unliebsame Medienportale bekämpfen.

Immer wenn der Wir-Schaum schlägt, gilt: Achtung aufgepasst

Günther ruft in der Sendung aktivistisch alle „zivilgesellschaftlichen Organisationen“ auf, sich mit ihm und der Politik in diesem Kampf für die Demokratie, sprich hier seinem Kampf gegen die alternativen Medien, Social-Media usw. zusammenzuschließen. Und dies alles öffentlich vor einem Millionenpublikum. 

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Was meint Günther nun mit seinem Aufruf an alle Kräfte, ihm im Kampf für die „Demokratie“ zu helfen? Sollen aktivistische Faktenchecker, Journalisten- NGOs oder etwa irgendwelche Antifa-Gruppen die Redaktionsräume von Nius und Co. unterwandern, stürmen, abhören, ausspionieren, bedrohen? Oder bezieht er sich auf den Verfassungsschutz, Landesmedienanstalten, Unternehmen, Meldestellen und eine härtere Gangart in Sachen Digital Service Act?

Immer wenn jemand den Wir-Schaum schlägt, gilt: Achtung aufgepasst! Günther sagt, wir müssen aufwachen, wir erkennen die Republik in zehn Jahren nicht wieder, wir müssen unsere Kinder schützen, wir müssen unsere Demokratie schützen, „wir schaffen das“. Ach nee, das war jemand anderes.

Die Causa Günther ist Symptom der Systemkrise

Nius hat nun durch seine Gegenwehr gegen Günthers Frontalangriff eine Debatte über Medienzensur losgetreten. Die meisten Medien, Bild, Süddeutsche Zeitung, der deutsche Journalistenverband, die Zeit und viele andere, haben spontan sympathisch reagiert. 

Allerdings: Die Verkürzung dieser Debatte auf eine kleine Textstelle in den Güntherschen Einlassungen, nämlich ob Günther mit seinem hingehauchten „Ja“ Zensur von Medien oder von Social-Media gemeint hätte, hat die Diskussion kastriert und gleich wieder umschlagen lassen. 

Markus Lanz hat am 14. und 15. Januar gleich in zwei Sendungen hintereinander eine scharfe Rolle rückwärts vollzogen, in dem er mit manipulativen Zusammenschnitten der eigenen Sendung vom 7. Januar plötzlich schlankweg behauptete, es sei in der Diskussion mit Daniel Günther weder um das Portal Nius, noch um Zensur von Medienportalen überhaupt gegangen. Lanz hatte sich plötzlich vom Journalisten zum schneidigen Günther-Anwalt in Anklage-Manier gewandelt und wiederholte aggressiv: Günther hätte nichts zensiert oder zensieren wollen! 

Dessen „Ja“ zur Frage, regulieren, zensieren, notfalls verbieten, hätte sich nur auf „Social-Media“ bezogen, und auf sonst nichts. Alle, die Zensur erkannt haben wollen, reden Quatsch, Blödsinn, Fakenews. 

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Tatsächlich gelten für die Textexegese aller Güntherschen Einlassungen im Kontext der Sendung genau die Auslegungsregeln, wie sie beispielhaft im Bürgerlichen Gesetzbuch, Stichwort Willenserklärungen, dargelegt sind. Willenserklärungen, also Meinungsäußerungen wie hier von Günther, sind aus der Sicht eines verständigen Dritten, also objektiv auszulegen, unter der Berücksichtigung der vollständigen Einlassungen von Günther in dieser Sendung. 

Genau diese exakte Textarbeit hat Lanz bei seinen Schimpfkanonaden zu Gunsten Günthers in seinen Folgesendungen am 14. und 15. Januar unterlassen. Denn zum Kontext gehört Günthers gesamte Hau-den-Lukas-Herangehensweise gegen Nius. Und natürlich kann Günthers „Ja“ nur als Antwort auf das gelten, was er und Lanz zuvor geredet hatten. Und dieser unmittelbare Bezug war ein Nius-Verbot. Dass Günther weit davor und danach noch mal von einem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige zurückgriff – generell um Social-Media ging es an dieser Stelle in der Sendung sowieso nicht mehr – ist geschenkt, bedeutungslos und als Ausflucht zu durchsichtig. Dazu passt auch, dass Günther zuvor behauptet hatte, manche Medien folgten nicht journalistischen Standards, sondern würden sich wie Social-Media-Plattformen verhalten. Und über die fiel Günthers Urteil ja unmissverständlich aus.

Die Korrelation seiner Schläge auf Nius zu seinen Schlägen gegen die „Feinde der Demokratie“ und zu seinen Verbotsausführungen gegen die AfD und Tech-Unternehmen ist eindeutig: Weg damit! Und das haben ja auch die Mitdiskutanten, Adrian Geiges und Melanie Amann, deutlich gemacht, die zu Günthers Medienzensurphantasien noch in derselben Sendung auf Distanz gegangen sind. Beide haben die Einlassungen von Günther als Verbotsphantasien gegen Inhalte und Medien interpretiert.

Dass einige Upperclass-Medien dann nach der Kehrtwende von Markus Lanz in dessen Sendungen vom 14. und 15. Januar innerhalb von Stunden im Wege einer eigenen 180-Grad- Wende dem neuen Narrativ von Lanz und dem ZDF folgten, da wäre gar keine Rede von Nius gewesen, zeigt, dass es um mehr geht.

Warum so aggressiv?

Was ist los mit Lanz, dem ZDF und Günther? Was war und ist überhaupt das Motiv des Daniel Günther? Warum ist er so aggressiv gegenüber kleinen Medien, die im Vergleich zum gesamten Medienbetrieb wenig Reichweite haben und gar keine Gefahr darstellen? Und warum beißt Günther jetzt laufend auffällig nach, er habe mit seinen Anwürfen vom 7. Januar gar recht behalten, das zeige die Diskussion. Stellen sie vielleicht doch eine Gefahr dar für die tonangebenden Politiker und Medien?

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Der hier relevante Systemfehler in der Debatte liegt darin, dass Günther und Lanz und alle Mitdiskutanten in der Sendung ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass Qualitätspolitik, Qualitätsmedien und die Qualitätszivilgesellschaften und was sich sonst alles noch als Qualitätsträger denken lässt, ganz selbstverständlich die Realität abbilden: objektiv, vollständig, richtig, ohne etwas hinzuzufügen ohne etwas in Wegfall geraten zu lassen und ohne Ansehen von Personen und Interessengruppen. 

Während die Schmuddel-Parteien und die Schmuddel-Medien alles extremistisch, verschwörungstheoretisch, falsch und verzerrt sähen und darstellten und auf diese Weise die Realität unterdrückten und falsche Tatsachenbehauptungen zur Wahrheit machten.

Die Affäre des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer

Tatsächlich schwelt im Hintergrund eine ganz andere Affäre, die möglicherweise die Ursache für die Turbulenzen um Günthers Einlassungen in einer Sendung bei Lanz waren: Eben dieselben von Günther beschimpften neuen Medien, namentlich Nius, Apollo News und Wallasch.de, hatten, nachdem sie im Sommer 2025 schon in der Causa Frauke Brosius-Gersdorf für mächtig Wirbel gesorgt hatten, seit Herbst 2025 die noch weitaus brisantere Affäre des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer aufgemacht. Und sie waren auch hier mit ihren Recherchen und Enthüllungen die Trendsetter. Die Edelmedien mussten ihnen folgen: Wolfram Weimer ist seit Ende November 2025, trotz Basta-Wortes des Kanzlers, nachhaltig angeschlagen und die Affäre ist noch keineswegs zu Ende.

Die CDU duckt sich seit Monaten weg, während das Debakel seinen Lauf nimmt. Die schwelende Causa Weimer könnte tatsächlich der Kernhintergrund für Günthers gereizte Stimmung in der Lanz-Sendung vom 7. Januar und seine strammen Zensurphantasien in alle Richtungen sein, die er jetzt auf jeder Bühne weiter zelebriert. Und da weder die CDU noch Günther den Fall Weimer wegkriegen, gilt es jetzt offenbar die Medien, die den Fall ruchbar gemacht haben und die nicht aufzuhören drohen, den Fall weiter zu verfolgen, zu verhindern oder schwerstens zu diskreditieren.

Es geht um den unauflösbaren Interessenkonflikt des Kulturstaatsministers, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Wolfram Weimer, um ein mutmaßliches verbotenes Insichgeschäft. Der Vorwurf, der im Raum steht: Weimer verhökert als Medienminister und als Privatmann seine freundschaftlichen Kontakte zum Kanzler, seine Kontakte zur Bundesregierung, deren Teil er ist, also seine hoheitlichen operativen Möglichkeiten, an sich selbst respektive an seine Weimer Media Group. Konkret heißt das: Seine Firma Weimer Media Group macht Kasse mit den so erworbenen exklusiven Zugängen zu allem, was in Regierung und Staat Einfluss hat. 

Weimer, der ehrliche Makler, will offenbar eine satte Courtage in Gestalt der Eintrittskarten für die Teilnahme am Ludwig-Erhard-Gipfel einstreichen, wenn er auf dem von ihm ausgerichteten großartigen Gipfel am Tegernsee Wirtschaftsbossen, Kulturgrößen, Sportgiganten und deren Fußvolk persönliche Gespräche mit seinen Ministerkollegen offeriert und gar anbietet. Wahrscheinlich mit dem Hintergrund, dass das zahlende Publikum Einfluss auf Politiker kaufen könnte. Frage: Will da auch ein gewisser Daniel Günther, CDU-Schwergewicht aus dem Norden, im April 2026 seinen Starauftritt haben?

Allerdings: Wenn zum Beispiel ein Kanzler-Gespräch – oder ein Günther-Gespräch – an einen interessierten Privatmann „verkauft“ wird, dann gehört der Kaufpreis ausschließlich der Bundesrepublik Deutschland und niemals irgendwelchen Weimers. Im Grunde geht es also darum, dass Weimer sein Ministeramt für seinen lukrativen Nebenjob (Ludwig-Erhard-Gipfel) ge- oder missbrauchen könnte. 

Die Firma Weimer Media Group gehört zu 50 Prozent der Ehefrau Christiane Goetz-Weimer. Seine eigenen 50 Prozent Geschäftsanteile an der Weimer Media Group hat Weimer im Herbst 2025 einem Treuhänder übertragen, was allerdings das Problem des gravierenden Interessenkonfliktes, in dem Weimer sich befindet, nicht ausreichend gelöst hat. Treuhandverträge gibt es vom Strohmann-Vertrag bis zum selbstständig agierenden Auftragsgeschäftsführer. Seinen konkreten Treuhandvertrag hat Weimer bisher nicht veröffentlicht.

Die investigative Spur in Weimers Höhle-der-Löwen-Group hatte Journalist Alexander Wallasch in den Wochen zuvor mit einer minutiösen Recherche gelegt und in unendlich detailreicher Arbeit das Geisterhaus der Weimer Media Group entzaubert. Apollo News und Co. legten mit investigativer Arbeit nach.

Am 24. November ließ Merz aus Südafrika verlauten, dass nichts an den Vorwürfen gegenüber Weimer und seiner Media Group dran sei: alles falsch. Basta. Doch ab da stiegen die Edelmedien in den Fall ein: Der Stern, ebenso wie der Spiegel und t-online erklärten die Sache Weimer am 24. November zu Recht zu einer Causa Merz:

Wolfram Weimer trat Anfang Dezember in der Sendung „titel thesen temperamente“ (ttt) auf, wo er allerdings keine befriedigende Antwort auf den immer wieder angesprochen Interessenkonflikt geben mochte oder konnte.   

Seit Anfang Januar 2026 hagelt es Absagen von Spitzenpolitikern, allen voran von CSU-Chef Markus Söder, der auch seine Schirmherrschaft über den Tegernseer Gipfel niedergelegt hat, und dies aus verständlichen Gründen. Auch Dorothee Bär, Lars Klingbeil, Thorsten Frei und einige Großkopferten mehr haben inzwischen ihre Teilnahme abgesagt. Damit ist der Glanz und der Drive aus der Sache raus.

Die CDU in Not

Die schwarz-rote Koalition ist im Umfragetief, für Kanzler Friedrich Merz gilt dies in schmerzlicher Weise besonders. Eine große wachsende Zahl von Wählern schaut auf Neuwahlen als Ausweg aus dem Stillstand der beiden Koalitionäre Merz und Klingbeil, die sich gegenseitig paralysieren. Aber auch jeder für sich brilliert nicht mit schlüssigen, attraktiven Konzepten. 

Eingemauert zwischen zwei selbst aufgestellten Brandmauern und in einem Bett mit der lahmenden SPD und in einer noch gar nicht hinreichend beschriebenen Schockstarre vor Donald Trump stehend, der die Welt aus den Angeln hebt, ohne dass der beschworene Untergang auch nur irgendwo in Sicht wäre, kränkelt die CDU und steht auf der Stelle.

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Vor gut einem Jahr trumpften Merz und Dobrindt mit den richtigen Fragen zu dem großen NGO- Komplex, dem grün-roten Deep State, auf. Für Klingbeil, der zwar keine demokratischen Mehrheiten für seine älteste Partei Deutschlands und ehemalige Arbeiterpartei SPD einwerben kann, aber die eisenharte Kampfschule der Antifa durchlaufen hat, war es allerdings ein Leichtes, Merz und Dobrindt – im Lagerkampf völlig ungeübt – kurz anzuticken und schon waren ihre 551 Fragen zu den zahlreichen, von den früheren Regierungen installierten „Zivilgesellschaften“ vom Tisch. 

Und damit auch eine eigene konservativ-liberale Agenda. Denn ein Stopp der Zivilgesellschaften hätte ja auch geheißen, Stopp den überbordenden linken Ideologismen, Stopp der Finanzierung der Antifa-Gruppen, in welcher Form auch immer. Das überfällige Antifa-Verbot lehnt die CDU ab, zuletzt am 15. Januar 2026 im Bundestag. Begründung: Die AfD hat den Antrag eingebracht. Dazu stellt sich die Frage: Seit wann bedarf es überhaupt eines solches Antrages im Bundestag?

Die CDU hat zurzeit keinen politischen Kern. Merz hat sogar Anfang des letzten Jahres eine eigene qualifizierte CDU-Kandidatin zurückgezogen und stattdessen die grüne Baerbock auf die UNO-Bühne geschickt, und das alles nur, um sich bei den Grünen anzubiedern. Doch wer sich überall anbiedert und seine eigenen Supporter dauernd im Regen stehen lässt oder gar bekämpft, steht am Ende allein da.

Unglückliches Starkdeutsch wie über die „kleinen Paschas“ oder das „Stadtbild“ machen noch keine Politik. Und gigantische und angesichts der Bevölkerungsstruktur unrealistische Haushalts- und Bundeswehrphantasien, und irgendwelche Treffen mit Staats- und Regierungschefs irgendwo auf der Welt ersetzen keine Politik, die ankommen kann. Und auch das Thema Grönland ersetzt keine Bundespolitik.

In dieser von Beginn der Wahl 2025 an misslichen Lage wollte sich die Regierung Merz auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel, der für den 28. bis 30. April 2026 angesetzt ist, sonnen und erwärmen. Merz wollte das erste Mal bei seiner Lieblingsveranstaltung als Kanzler Sanssouci, als Kanzler Sorgenfrei, strahlen. Doch genau dieser Ludwig-Ehrhard-Gipfel steht nach der Weihnachtspause auf der Kippe. Der schwelende Weimer-Gate droht jetzt aus dem schönen Ludwig-Erhard-Gipfel ein Image-Desaster zu machen. 

Kein einziges Faktum

Weimer ist untragbar geworden. Die CDU klammert an Weimer und will das Ganze offenbar aussitzen. Wie gereizt der Kanzler und die Bundesregierung allerdings wirklich sind, lässt sich an Günthers „Hasspredigten“ gegen Nius und Co. ablesen, nämlich gegenüber den Medien, die das Weimer-Gate aufgedeckt haben und die nach seinen Worten „Feinde der Demokratie“ seien und jetzt mit Hilfe aller Zivilgesellschaften bekämpft werden müssten.

Die Botschaft des Daniel Günther ist klar: Die „Feinde der Demokratie“ müssen weg, Nius und Co. müssen weg. Die Sauerei: Trotz ewig langer Redereien hat Günther dem Zuschauer kein einziges Faktum oder irgendeinen Grund, irgendeine Substanz geliefert, warum die angegriffenen Medien verwerflich wären oder worin genau die falsche, irreführende Berichterstattung läge. 

Es scheint ja eher umgekehrt, nämlich dass die Berichterstattung über den Kulturstaatsminister Weimer stichhaltig ist und deshalb Günther und die Regierung ins Mark getroffen hat. Günthers Spruch, es stimmte bei diesen Medien in der Regel nichts, schmilzt zu einer toxischen Pfütze zusammen.

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