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Katholischer Aktivismus

Im Herz-Jesu-Monat öffentlich ein Zeichen setzen

Es war ein starkes Bild, als sich am heutigen Morgen des Festes des Allerheiligsten Herzens Jesu junge katholische Männer unter dem Motto „Wien gehört dem Herz Jesu“ vor dem Burgtheater an der Wiener Ringstraße versammelten. Rund zwanzig junge katholische Aktivisten traten an, um mitten in der Stadt ein sichtbares Zeichen zu setzen. Für zwanzig Minuten standen sie in stilles Gebet versunken zusammen. Dabei hielten sie ein eindrucksvolles, großes Stoffbanner, auf dem das Symbol des Heiligsten Herzens Jesu aufgenäht war.

Die Motivation der jungen Burschen aus Wien ist tiefgründig und hochaktuell: Die Aktion sollte einerseits öffentlich zur Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu aufrufen. Andererseits setzten sie damit ganz bewusst ein Zeichen im Monat Juni – einem Monat, der in der heutigen westlichen Welt in weiten Teilen von linken Gruppen für sich gänzlich vereinnahmt wird.

Eine lange katholische Tradition

Diese spontane Aktion als öffentliches Zeichen entspricht der langen katholischen Tradition der Herz-Jesu-Verehrung, die schon immer eng mit dem Mut verbunden war, für den Glauben öffentlich einzutreten.

Ein historisch herausragendes Beispiel für diesen Mut findet sich in der Zeit der Französischen Revolution. Als die kirchenfeindliche Pariser Zentralregierung ab 1793 versuchte, das Christentum gewaltsam aus dem öffentlichen Leben auszuradieren, erhoben sich die gläubigen Bauern und Adeligen im Aufstand der Vendée. Ihr weithin sichtbares Erkennungszeichen war das Heiligste Herz Jesu. Oft trugen sie das rot gestickte Herz auf die Brust genäht oder auf den Fahnen der „Katholischen und königlichen Armee“.

Ihre Fahne ist das rot gestickte Herz des Heilands: Junge Katholiken treffen letzte Vorbereitungen, bevor sie sich vor dem Burgtheater aufstellen

Nur wenige Jahre später, im Frühling 1796, weihten die Tiroler in höchster Bedrohung durch napoleonische Truppen ihr Land dem Heiligsten Herzen Jesu. In diesen schicksalhaften Tagen schlug der Stamser Abt Sebastian Stöckl dem Tiroler Landtag vor, das Land Tirol dem Heiligsten Herzen Jesu anzuvertrauen. Am 1. Juni 1796 legten die Tiroler Landstände einstimmig ihr feierliches Gelöbnis ab, das Land Tirol dem Heiligsten Herzen Jesu zu weihen. Durch diesen Bund erhielt der Tiroler Landsturm einen außerordentlich großen Zulauf an Freiwilligen im Kampf gegen die napoleonischen Truppen.

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Dieser Bund wird, zumindest symbolisch durch Traditionsgruppen, bis heute durch die jährlichen Herz-Jesu-Feuer, die in den Tiroler Bergen am Wochenende um den 12. Juni entfacht werden, aufrechterhalten. Damals dienten die Flammen als Zeichen zur Einberufung des Landsturms. Auch heute leuchten noch quer durch die Tiroler Täler auf den Berggipfeln „Herz-Jesu-Flammen“ oder „IHS“-Schriftzüge zur Erinnerung an die Weihe an das Herz Jesu.

Ein lebendiger Bund des Glaubens

Die Strahlkraft und Bedeutung dieser Verehrung wuchs in den folgenden Jahrzehnten stetig an und fand ihren Weg in das Zentrum der Weltkirche und der staatlichen Ordnung. Papst Leo XIII. sah im Heiligsten Herzen Jesu das Heilmittel für eine von zunehmender Säkularisierung geplagte Welt und weihte im Jahr 1899 die gesamte Menschheit dem Herzen Jesu. Auch in Österreich wurde in Zeiten der Not der Schutz des Heiligsten Herzens Jesu erbeten: Während der verheerenden Kämpfe und Wirren des Ersten Weltkriegs weihte Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1915 die gesamte Monarchie Österreich-Ungarn feierlich dem Heiligsten Herzen Jesu, um Schutz für sein Volk zu erbitten.

Zwischen Burgtheater und Rathaus einen Kontrapunkt gesetzt gegen den gottwidrigen Zeitgeist: Bekenntnis am Herz-Jesu-Fest in Wien, 12. Juni 2026

An genau diesen Gedanken eines öffentlichen Bekenntnisses und eines lebendigen Glaubensbundes möchten die jungen Katholiken mit ihrer heutigen Aktion in der österreichischen Bundeshauptstadt anknüpfen. Dieser Morgen in Wien zeigt eindrucksvoll, dass die junge Generation bereit ist, den öffentlichen Raum nicht kampflos dem Zeitgeist zu überlassen, sondern Tradition und Glauben zu verteidigen.

Auch der Ort dieser Aktion ist nicht zufällig gewählt. Das Burgtheater liegt direkt gegenüber dem Wiener Rathaus, vor dem an diesem Wochenende das sogenannte „Pride Village“ der Stadt Wien für die am Folgetag stattfindende „Pride-Parade“ aufgebaut ist. Damit sollte diese Aktion einen Kontrapunkt gegen den Zeitgeist im Zentrum der Stadt darstellen.

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