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Die Krise zwischen den Geschlechtern – sei du ein Teil der Lösung!

Du kommst nicht als Mann zur Welt, du musst es werden

„Männer sind anders. Frauen auch“ lautet ein populäres Buch des amerikanischen Psychologen John Gray. Unsere „sozialdemokratische Gesellschaft“ sieht in Unterschieden jeder Art etwas Schlechtes und bekämpft sie seit Jahrzehnten. Das hat dazu geführt, dass die Beziehungen zwischen Männern und Frauen massiv gestört sind.

Der englische Journalist Peter Hitchens beobachtet, dass junge Männer nicht herausfinden könnten, wie sie sich richtig gegenüber modernen jungen Frauen verhalten sollen. Der Geist dieser jungen Frauen sei darauf trainiert, Männlichkeit zu misstrauen. Aber in ihrem Herzen verachteten sie immer noch schwache, feminisierte Männer. Das Ergebnis sei, dass Männer in einem Minenfeld gefangen seien, inmitten von Treibsand: „Ob du stillstehst oder dich bewegst, es wird dich trotzdem zerstören. Ich weiß nicht, wie jemand damit fertig wird oder jemals fertig werden könnte.“

Hohe Scheidungsraten, hohe Singlequoten, unzählige Beziehungsratgeber auf YouTube und dramatische Geschichten von gescheiterten Beziehungen sind die Seismografen einer Fehlentwicklung. Die Krise zwischen den Geschlechtern wird dann gelöst, wenn Männer und Frauen wieder die natürliche Ordnung annehmen. In einem Satz: Männer müssen wieder Männer und Frauen wieder Frauen sein. Eine Grundlage besteht in einer einfachen Feststellung: Der Mann muss sich behaupten, die Frau hat ihren Wert an sich.

Hypergamie ist ein Gefühl

Beile Ratut beschreibt das lebenspraktisch: „Gertrud verausgabt sich also mit Alphamännern, bis sie verbraucht ist. Die Frauen rangeln sich um die begehrenswertesten Männer, daher geht Ulrich, der genauso durchschnittlich ist wie Gertrud, leer aus.“ Ratut beschreibt damit das Phänomen der „Hypergamie“. Hypergamie ist ein Gefühl und bedeutet, dass Frauen den Mann wählen, zu dem sie gefühlt am meisten aufschauen können. Weil das sehr subjektiv ist, kann der selbstbewusste „Bad Boy“ genauso attraktiv sein wie der mächtige „Macher“ oder der geheimnisvolle „Charismatiker“.

Umgangssprachlich werden Männer, die Überlegenheit ausstrahlen, mit einem Begriff aus der Wolfskunde als „Alpha“ bezeichnet. „Beta“ beschreibt das Gegenteil, den „netten Kerl“. Der „Nice Guy“ scheitert regelmäßig, weil seine „Nettigkeit“ als schwach und „needy“ – bedürftig, gilt. Er hat keinen Status oder löst keine Gefühle aus, die einen Grund geben, aufzuschauen. Der Blick geht nach unten, und damit ist game over.

Die Frau schaut auf: Oscar-Preisträger John Wayne und seine Frau Pilar Pallete, 26. Mai 1971
Die Frau schaut auf: Oscar-Preisträger John Wayne und seine Frau Pilar Pallete, 26. Mai 1971

Es nützt wenig, diese Phänomene zu kritisieren und von einer fiktiven romantischen Liebe zu träumen. Der Schweizer Philosoph Denis de Rougemont zitierte in seinem Werk „Die Liebe und das Abendland“ den Schweizer Kulturkritiker Charles-Albert Cingria mit den Worten: „Ja, es gibt in der gesamten südfranzösischen Lyrik und in der Lyrik Petrarcas und Dantes eigentlich auch nur zwei Personen: den Dichter, der achthundert-, neunhundert-, tausendmal immer wieder seine Klage vorträgt, und die Schöne, die immer nein sagt.“ Romantische Liebe ist eine Erfindung ohnmächtiger Männer, die unerfüllt bleibt.

Auf Gefühle kann man sich nicht verlassen. Wichtig ist, einzusehen, dass das abendländische Modell der lebenslangen Ehe keine romantische Schwärmerei ist, sondern eine willentliche Entscheidung zwischen Mann und Frau, um Kinder zu bekommen, zu erziehen und Sexualität geordnet zu leben. Das größte, was ein Mann von einer Frau erhalten kann, ist gar keine emotionale Liebe, sondern Liebe als Respekt und Achtung, zwei Dinge, die auf natürliche Weise entstehen, wenn die Frau zum Mann aufschauen kann.

Dem objektiven Wesen gemäß leben

Von den alten Griechen kommt der Gedanke einer göttlichen Ordnung, einer Vernunft, die allem zugrunde liegt und im Griechischen Logos heißt. Sowohl die römischen Stoiker als auch die christlichen Denker des Mittelalters haben ihn weiterentwickelt und daraus eine normative Ordnung der Natur abgeleitet, das Naturrecht. Der größte Philosoph des Mittelalters, Thomas von Aquin, formte daraus den Satz: „Die eigentümliche Tätigkeit eines Dinges richtet sich nach seiner Form oder nach seiner Natur und Wesenheit.“ Deshalb gibt es seit der Antike die Formel „secundum naturam vivere“ – man soll gemäß der Natur, der Vernunft, seinem objektiven Wesen leben. Das ist die Grundlage der klassischen Ethik.

Wenn man naturrechtliche Überlegungen auf die Beziehung zwischen Männern und Frauen überträgt, mit der Grundlage, dass der Mann sich erst behaupten muss, dann entspricht es dem Wesen, der Natur der Frau, zunächst nur wenige Männer attraktiv zu finden. Der Mann erhält seine Attraktivität, sein Mannsein ja erst, indem er etwas leistet oder verkörpert. Um Simone de Beauvoir zu paraphrasieren: Man kommt nicht als Mann zur Welt, man wird es. Der Mann muss sich einen Status erarbeiten oder in der Frau Emotionen wecken, das typische Spiel des „Players“.

Andrea Rau (*1947), Schauspielerin und Symbol für die sexuelle Revolution: Wenn der Mann durch die Sexualisierung der Frau emotional getriggert wird, kann sie nicht mehr aufschauen. Damit sind beide geschädigt – bittere Ironie
Andrea Rau (*1947), Schauspielerin und Symbol für die sexuelle Revolution: Wenn der Mann durch die Sexualisierung der Frau emotional getriggert wird, kann sie nicht mehr aufschauen. Damit sind beide geschädigt – bittere Ironie

Neu an unserer Zeit sind zwei Dinge: die sexuelle Revolution der 60er Jahre und die Emanzipation. Sex ist heute von der Ehe getrennt, und durch die Emanzipation konkurrieren Frauen überall mit Männern. Als Folge muss der Mann deutlich mehr leisten, um sich abzuheben. Die Ansprüche der modernen Frau sind gestiegen. Das stellt aber kein „neues Prinzip“ neben der Hypergamie dar – es macht es nur schwieriger für die Frau, aufzuschauen.

Der Mann liebt mit den Augen, die Frau mit den Ohren. Weil sich der Mann behaupten und beweisen muss und die Frau attraktiv sein muss, ist die Ehe nicht für jeden möglich. An dieser Stelle ist Ratut etwas zu präzisieren: Früher, vor der Reichsgründung, war die Ehe deutlich seltener, auch weil es je nach Region nur wirtschaftlich erfolgreichen Männern möglich war, überhaupt zu heiraten. Einen regelrechten „Boom“ erlebte die Ehe in den 1950er-Jahren. Seit den Siebzigern erlebt sie einen starken Rückgang.

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In unseren Zeiten ist die wirtschaftliche Not geringer. Aber die Ehe ist nach wie vor auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, in der die Grundsätze der Natur gelten. Der Mann muss sich heute weniger durch die Sicherung der Ernährung behaupten als durch einen prestigeträchtigen Beruf oder eine hohe Position. Vor allem zählen männliche Ausstrahlung und Führungsqualitäten. Jordan Petersons Ratschlag ist so einfach wie treffend „You have to grow some teeth and be willing to use them.“ Der Mann muss männlich werden, das heißt, er darf sich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern von der Vernunft und muss einen Sinn für Erfolg haben. Er wird oft dadurch attraktiv, dass er der Frau Sicherheit geben kann und nicht von ihr abhängig ist – weder finanziell noch emotional.

Eine Frau ist eine große Bereicherung für sein Leben, aber sie bestimmt nicht seine Männlichkeit. Das Verhältnis von Männern und Frauen und der eigentliche Sinn der Hypergamie wird in der Bibel mit einem Satz ausgedrückt: „Ich will ihm [dem Mann] eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“ Darum geht es. Davon gibt es keinen Dispens, keinen emotionalen und keinen mit Verweis auf andere Zeiten („früher war das so“). Solche Ausreden werden niemals die natürliche Ordnung überwinden.

Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ thematisiert das männliche Drama aller Zeiten. Es besteht, wenn man von den gesellschaftskritischen Darstellungen absieht und generalisiert, darin, dass viele Männer als Ehepartner abgelehnt werden und nur für die „Friend Zone“ taugen. Die ultimative Demütigung. Die abendländische Lösung besteht aber nicht darin, wie Werther zu verzweifeln oder in romantischer Schwärmerei, sondern im männlichsten aller Dinge: in der Annahme des Kampfes. Jagt keinen Niederlagen hinterher, kämpft für euch selbst! Kämpft für euren Glauben, eure Disziplin und das, was euch wichtig ist. Kämpft für eure Ausbildung, euer Studium und euren Beruf! Männer müssen ihre Unzulänglichkeiten sehen und sich weiterentwickeln wollen.

Es entspricht dem Mann, schwere Dinge zu tun, sich durchzusetzen, zu scheitern, zu leiden und wieder aufzustehen. Deshalb, Männer: Jammert nicht! Regelt eure Beziehung zu Gott! Macht was aus eurem Leben! Nichts wird durch Resignation erreicht, aber alles ist möglich, wenn wir den guten Kampf kämpfen.

 

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Kommentar
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Katholik*
Vor 1 Monat 1 Woche

Bisschen zu viel auf dem RedPill-Reddit gebrowsed?

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Klarname
Vor 1 Monat 1 Woche

Stark!

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divergencia18
Vor 3 Wochen 4 Tage

Ein guter Artikel, der die Geschlechterdynamik zwischen Mann und Frau anspricht.
In den "Augen" unserer DNA streifen wir immer noch in Kleingruppen durch die Savanne/Landschaft, in einer sehr feindseligen Umgebung. Damals war es für eine Frau ESSENTIELL, das diese sich einen Mann aussucht, der in der Lage ist, sie und ihre (ungeborenen) Kinder zu schützen.
Daher war die Frau zwingend darauf angewiesen, zu lernen, wie sie den "besten Deal" in dieser Hinsicht herausfinden (selektieren) kann.
Und diese Selektion hat sich so sehr in unserer DNA eingebrannt, dass diese "Spielregeln des Lebens" exakt heute noch so funktionieren.
Die wenigsten Frauen würden das je zugeben, oder den allermeisten ist es im Ansatz selbst nicht klar.
Man kann diese archaisch wirkende Lebensmaxime als "rückständig", "überholt" uvm. sehen.
Aber sie funktioniert immer noch. Auch wenn Feministinnen nix davon wissen möchten.
Erfolgreiche Paartherapeuten /Beziehungscoaches, aber auch zahlreiche psychologische Studien weisen auf diese "intrinsisch" knallharte Selektion hin.
"Frau-DNA" will auch heute noch wissen: Bist du lebensfähig? Kannst du mich und meine Kinder versorgen/schützen?
Es ist hilfreich, das heute als Mann im Hinterkopf zu behalten, wenn man nach "seiner Liebsten" sucht!

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Chrizzlybear
Vor 1 Monat 1 Woche

Mit welcher Autorizät berzapft Herr Jung diesen jovenistischen Mist? Das hat er sich alles aus selektierten Büchern und Youtube videos geholt aber nach praktischer Erfahrung mit Erfolgserlebnissen klingt das nicht. Die Welt spielt sich da draussen ab

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Isis Alina Klinken
Vor 1 Monat 1 Woche

Ja, Männer sollen Charakterstärke zeigen und ich stimme absolut zu, dass Sex für die Ehe reserviert sein soll, aber Attraktivität hat nichts mit irgendwelchen medialen Schönheitsidealen zu tun. Wer füreinander bestimmt ist, findet sich gegenseitig in seiner Individualität attraktiv.

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Katholik*
Vor 1 Monat 1 Woche

Bisschen zu viel auf dem RedPill-Reddit gebrowsed?

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Klarname
Vor 1 Monat 1 Woche

Stark!