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Israel im Krieg

Stärker als der Terror

Israel wird auf bestialische Weise angegriffen. Menschen werden abgeschlachtet, entführt, als Geiseln verschleppt. Leichen werden geschändet. Es ist ein Akt der Barbarei durch die palästinensische Terrororganisation Hamas, für Israel ist es ein Existenzkampf.

Nach dem Großangriff der islamistischen Hamas aus dem Gazastreifen ist die Zahl der Toten in Israel laut Medienberichten aktuell auf mindestens 1.200 gestiegen. Wie das Pressebüro der Regierung zudem mitteilte, wurden rund 2.700 Menschen verletzt.

An diesen Tagen muss ich noch intensiver und auch trauriger an die Geschichte von Asael Shabo denken. Bei einer Veranstaltung vor einigen Jahren in der Kölner Synagoge schilderte er uns seinen „schlimmsten Tag“:

Ein Terrorist drang am 20. Juni 2002 in das Haus des heute 30-jährigen Asael Shabo und seiner Familie in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland ein. Der Angreifer schoss mit einer Kalaschnikow um sich, tötete erst drei Geschwister des Israelis, dann dessen Mutter, die zu Hilfe eilte. Asael wurde mehrfach getroffen und schwer verletzt. Asael selbst stellte sich tot, um nicht ermordet zu werden – und überlebte. Sein rechtes Bein verlor er.

Der Angreifer verschanzte sich zwei Stunden lang im Haus der Familie. Das israelische Militär erschoss ihn schließlich und rettete Asael.

Während seiner Schilderungen in der Synagoge konnte ich in Shabos Schilderungen zu keinem Zeitpunkt Hass gegen Terroristen verspüren. Ganz im Gegenteil. Das war wirklich bemerkenswert. Seine Botschaft war klar: „Ich bin stärker als der Terror“.

Heute Spitzensportler und Familienvater

Das war und ist Asael wahrhaftig. Der Israeli wurde Spitzensportler und glücklicher Familienvater. Sport half ihm, das Trauma zu überwinden. „Nach dem Angriff lag ich fast zwei Jahre in Kliniken und litt unter Albträumen“, erzählt er gegenüber BILD.

„Schließlich versuchte ich mit Sport, die schlimmen Erfahrungen zu verarbeiten. Ich begann mit Schwimmen, stieg später auf Basketball um.“ Darin wurde Asael schließlich so gut, dass er Profi-Status erlangte und sogar mit der israelischen Flagge 2016 bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro einlief.

Ich vernetzte mich im Anschluss der Veranstaltung in der Kölner Synagoge mit dem Profi-Basketballer. Noch nie hatte ich jemanden derart positiven, vorbildlichen und mit einem so demütigen Charakter erlebt. Asael sagte mir: „Dieses schlimme Ereignis hat mich gelehrt, bewusster zu leben und auch in Kleinigkeiten, die um mich passieren, etwas Positives zu sehen.“

Kurze Zeit darauf konnte ich einem Meisterschaftsspiel seiner Mannschaft „Köln 99ers“ beiwohnen. Dass es Asael war, der Sekunden vor Schluss den spielentscheidenden Korb warf, kann kein Zufall gewesen sein. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich jedem herzlichst empfehle, mal ein Rollstuhl-Basketballspiel zu besuchen. Die Sportler kämpfen maximal leidenschaftlich und körperlich um jeden Ball und jeden Korb. Das hat mich wahrlich angefixt.

Aus Terror erwächst Gutes: Der 30-jährige Asael Shabo ist trotz Beinamputation, an der ein Terrorangriff Schuld ist, Profi-Basketballer für den Verein „Köln 99ers“

„Al-Quds“-Märsche rufen zur Eroberung von Jerusalem auf

Israel steht vor einem wahrscheinlich langanhaltenden Krieg, der größten und mit Blick auf die Geiselbefreiung komplexesten Militäroperationen der vergangenen 40 Jahre. Der Ausgang ist noch völlig offen. Die Hamas entführt, exekutiert und terrorisiert. In einem Kibbuz in der Nähe des Gaza-Streifens wurden laut einem israelischen Außenministeriumssprecher bis zu 40 tote Kleinkinder und Säuglinge geborgen. Medienberichten vor Ort zufolge sollen die Hamas Babys geköpft haben.

Obgleich der Hass der Israelis bestens nachvollziehbar ist, sei darauf hingewiesen, dass das humanitäre Völkerrecht gilt, auch für Israel.

Werfen wir einen konkreten Blick nach Deutschland: Jährlich wiederholt sich der Al-Quds-Marsch am Ende des Fastenmonats Ramadan, den der ehemalige iranische politische und religiöse Führer der Islamischen Revolution, Ruhollah Musawi Chomeini (1902-1989), im Jahr 1979 im Iran nach seiner Rückkehr aus dem französischen Exil ausgerufen hatte. „Al-Quds“ ist der arabische Name für Jerusalem, an diesem Tag ruft das iranische Regime zur Eroberung der Stadt auf. Mit dem Al-Quds-Tag, an dem weltweit Demonstrationen, auch in deutschen Städten, stattfinden, soll den Palästinensern Solidarität für ihren „Befreiungskampf“ ausgesprochen werden.

Dass dort nicht nur auf Arabisch Antisemitismus verbalisiert wird, ist allseits bekannt. Die Feinde Israels wohnen mitten unter uns. Doch wo bleiben die Konsequenzen?

Asylbewerber müssen sich klar zum Existenzrecht Israels bekennen

In Duisburg fand am 9. Oktober eine pro-palästinensische Demonstration statt. Ein Reporterteam der WELT wurde angepöbelt und angegriffen. Laut den Journalisten war die Kundgebung eine Jubelfeier für den Massenmord an Israelis.

Ohne auf die besonderen Aspekte und Windungen des Versammlungsrechts einzugehen: Es kann und darf doch nicht sein, dass ein Aufzug von über 100 Terrorunterstützern durch deutsche Städte zieht. Zumal es nicht bei der Kundgebung in Duisburg blieb. Man wundert sich, dass die Bundesregierung erst am heutigen Donnerstag ein Betätigungsverbot für die Terrororganisation Hamas angekündigt hat.

Eine besondere Bedeutung und Verantwortung tragen auch die muslimischen Verbände hier in Deutschland. Diese müssen öffentlich Stellung nehmen und einen zwingend erforderlichen Beitrag zur Integrationspolitik leisten. Viel zu lange war man parteiübergreifend im Umgang mit den Islam-Verbänden zu naiv. Hier muss nun konsequent gegengesteuert werden.

Ein Hauptaugenmerk sollte auch auf die junge Generation gelegt werden, bevor sich das schreckliche Anti-Israel-Gedankengut generell verfestigt oder sogar weiter ausbreitet. Es haben sich bereits Parallelgesellschaften gebildet. Dies hat schwerwiegende Folgen für unser gesellschaftspolitisches Zusammenleben.

Unsere Staatsräson muss mit Leben gefüllt werden

Deutschland hat seit 1994 über eine Milliarde Euro an die Palästinensische Autonomiebehörde gezahlt. Die EU hat von 2021 bis 2024 insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro für die Finanzierung von Projekten in den Palästinensergebieten eingeplant und ist nach eigener Angabe ihr größter Geldgeber.

Direkte und indirekte Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde müssen unverzüglich eingestellt werden – Österreich hat dies bereits beschlossen.

Wir sollten von jedem, der in unser Land einwandern will, ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten unseres Grundgesetzes und zum Existenzrecht Israels verlangen. Auch von Asylbewerbern: ansonsten kein Verfahren und kein Aufenthalt. Das Asylrecht entstand übrigens als Reaktion auf den Genozid an den Juden im Nationalsozialismus und den nach dem Krieg vielen Zehnmillionen schutzsuchenden Flüchtlingen und Vertriebenen in Europa.

Eines ist Gewiss: Auch die nächsten Tage werden für Israel hart und blutig. Unsere Staatsräson muss nun mit Leben gefüllt werden. Worte ohne Taten kennen wir zu Genüge. Deutschland muss den Judenhassern und Terrorismus-Unterstützern den Kampf ansagen.

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Olivier Memminger
Vor 9 Monate

Lesens- und empfehlenswert! Ich habe nichts hinzuzufügen oder zu relativieren! - Danke für diesen Beitrag!

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Freund
Vor 9 Monate

Ja, so ist es leider...

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Michael Springer
Vor 7 Monate 3 Wochen

Die Staatsräson für die Sicherheit eines anderen Staates ist ein Drahtseilakt.
Geld und Humanität sind in Zeiten großer sozialer Verwerfungen unteilbar miteinander verbunden.

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Olivier Memminger
Vor 9 Monate

Lesens- und empfehlenswert! Ich habe nichts hinzuzufügen oder zu relativieren! - Danke für diesen Beitrag!

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Kristian Beara
Vor 9 Monate

Danke.

1
Freund
Vor 9 Monate

Ja, so ist es leider...