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Kolumne „Ein bisschen besser“

Pause machen ist total anstrengend

Neulich beschloss ich, nichts zu tun. Das klingt einfacher, als es ist. Früher konnte ich mich aufs Sofa legen und in die Landschaft schauen: Dorf, Kirchturm, hinten der See. Gähnen. Heute ist Nichtstun eine anerkannte Methode zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Es heißt Regeneration.

„Ich regeneriere jetzt“, sage ich zu Judith. „Du liegst auf dem Sofa“, stellt sie fest. Ich habe gelesen, dass es ein bisschen besser ist, wenn der Mensch Pause macht. Allerdings nicht irgendwelche. 

Nach drei Versuchen wird mir schwindelig

Es gibt aktive Pausen, Mikropausen, Achtsamkeitspausen und Powernaps. Letztere dürfen nicht länger als zwanzig Minuten dauern, weil man sonst in eine Tiefschlafphase verfällt und anschließend müder ist als vorher. Früher nannten die Menschen das Mittagsschlaf und waren einfach bis vier Uhr weg.

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Das Internet empfiehlt Bauchatmung. Vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen. Ich rechne kurz nach und stelle fest, dass Atmen komplizierter geworden ist, seit Experten sich darum kümmern. Nach drei Versuchen wird mir schwindelig. „Entspannst du dich noch?“, fragt Judith. „Ich glaube, ich habe zu viel Sauerstoff“, stöhne ich. 

Am Abend bin ich erschöpft

Ich bleibe auf dem Sofa. Nach einer Viertelstunde werde ich unruhig. Ich könnte die Spülmaschine ausräumen. Zwei Mails beantworten. Die Steuererklärung vorbereiten. Den Keller aufräumen. Dem Töchterchen etwas vorlesen. Ich stehe auf und gehe ein paar Mal durchs Wohnzimmer. „Was machst du jetzt?“, ruft Judith von nebenan. „Nichts.“ Sie guckt durch die Tür: „Du läufst im Kreis.“ „Ich konzentriere mich auf das, was anliegt.“ Sie nickt. Sie kennt mich lange genug. 

Am Abend bin ich erschöpft. Ich habe regeneriert, geatmet, mich fokussiert und 6.000 Schritte absolviert, ohne irgendwo gewesen zu sein. Im Bett fragt Judith: „Und? Hat das Nichtstun gutgetan?“ „Sehr.“ „Machst du es morgen wieder?“ Ich schüttele den Kopf. Dafür fehlt mir wirklich die Zeit.

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