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Kolumne „Das liebe Geld“

Die Deutschen machen viel richtig, aber es geht noch besser

Auch wenn die jüngsten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) mich auf den ersten Blick ein wenig enttäuscht haben, sind sie doch eigentlich gar nicht so schlecht. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist zwar leider wieder zurück gegangen. „Nur“ noch 12,3 Millionen Bundesbürger ab 14 Jahren investieren in Aktien, Aktienfonds und ETFs – 570.000 weniger als im Vorjahr. Ich hoffe, Sie sind der Aktie treu geblieben. Denn das haben eben leider nicht alle getan.

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Aber es hätte durchaus anders ausgehen können. Die Zinsen für Tages- und Festgeld sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. Viele Anbieter lockten mit drei und mehr Prozent auf das Tagesgeld. Viel Geld floss auf solche Konten wie man auch aus den Zahlen von Neobrokern wie Scalable Capital und Trade Republik ablesen konnte, die besonders aggressiv um das Geld der Sparer gebuhlt haben. Es wäre also sehr gut möglich gewesen, dass sehr viel mehr Menschen der Börse den Rücken gekehrt hätten und ihr Geld auf die vermeintlich sicheren Konten gelegt hätten.

Deutsche investieren richtig, aber es sind zu wenige, die es tun

Vermeintlich sicher, weil sie damit unter dem Strich Geld beziehungsweise Kaufkraft verloren hätten. Denn die Inflation lag über weite Zeit oberhalb der Sparzinsen, womit der Realzins negativ war und das Ersparte an Kaufkraft verloren hat. Es wäre vielfach besser gewesen, an der Börse investiert gewesen zu sein. Sehr viel besser sogar, denn 2023 war wirklich ein sensationelles Börsenjahr. Allein der Deutsche Aktienindex Dax legte mehr als 20 Prozent zu. Das ist allerdings eher die Ausnahme, dass ein deutscher Index eine derart heftige Rallye auf das Parkett legen.

Das DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DIA): Langfristig sind Renditen von mehr als sieben Prozent möglich
Das DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DIA): Langfristig sind Renditen von mehr als sieben Prozent möglich

Sie sollten auch nicht in Jahren denken, sondern lieber in Jahrzehnten. Aktien sind ein langfristiges Investment, und langfristig bringen sie im Schnitt eine Rendite von sechs bis neun Prozent, allerdings nur bei breiter Risikostreuung. Und genau das scheinen die Deutschen verinnerlicht zu haben. Denn sie machen verdammt viel richtig, wenn man sich die Zahlen des DAI anschaut. Sie auch? Von den 12,3 Millionen Aktiensparern haben 7,6 Millionen ausschließlich Fonds oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot. Sie setzen also auf Risikostreuung. Zwei Millionen setzen nur auf Aktien. Beide Anlageformen kombinieren 2,6 Millionen Menschen.

Ohne Aktien wird es schwer

Grundsätzlich sind das gute Nachrichten, aber es investieren noch immer viel zu wenig Deutsche in Aktien, Aktienfonds und ETFs. Wenn Sie diese Kolumne öfter lesen, dann wissen Sie, dass ich überzeugt bin: Aktien sind ein sehr wichtiger Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge, wenn nicht sogar der wichtigste.

Der durchschnittliche Bundesbürger ist einer wachsenden Altersarmut ausgesetzt. Laut einer aktuellen Untersuchung des Statistischen Bundesamtes verfügt fast die Hälfte der Rentner lediglich über ein monatliches Nettoeinkommen von 1.250 Euro. Wer sein arbeitslebenlang klug, also diversifiziert in Aktien angelegt hat, der profitiert von der Wertschöpfung der Weltwirtschaft und dem Zinseszinseffekt und hat mehr Geld zur Verfügung.

Deshalb hoffe ich, dass mehr Menschen diese Anlageklasse für sich entdecken. Weil das aber offensichtlich noch nicht ausreichend viele Deutsche tun, haben mich die leicht sinkenden Aktionärszahlen auch erstmal enttäuscht.

 

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