Direkt zum Inhalt
Mutmaßliche Antifa-Attacke auf Lebensschutzaktivisten

Angegriffen „mit einer großen Brutalität“

Die Abtreibung ungeborener Kinder öffentlich zu verurteilen kann gefährlich sein. Das mussten Teilnehmer einer kleinen Lebensschutz-Kundgebung am Montag in Koblenz erfahren. Sie wurden körperlich brutal attackiert. Die Polizei musste mehrfach einschreiten.

Die „Aktion SOS Leben“ unternimmt in diesen Tagen eine „Pro-Life Tour“ durch mehrere Städte im Südwesten Deutschlands. Saarbrücken, Trier, Mainz und Frankfurt sind Stationen. Koblenz gestern, das nördlicher gelegene Aachen am heutigen Dienstag.

Mit Bannern, Infomaterial, Megafon und durch die roten Schultertücher und Fahnenstangen etwas gewollt martialisch wirkendem Auftritt machen Organisator Elias Burow und seine jungen Mitstreiter auf die prekäre Lage ungeborener Kinder in Deutschland aufmerksam. Aus christlich-katholischem Glauben heraus, juvenil-meinungsfreudig und zuversichtlich. „Bete und handel (sic!), um die Sünde der Abtreibung zu stoppen – es wird funktionieren!“ steht auf einem breiten Banner, das auf den Kundgebungen von jeweils zwei Personen gehalten wird. Auf den mitgeführten roten Fahnenwimpeln steht „Familie, Tradition, Privateigentum“.

Erst beleidigt, dann geschubst, dann Verstärkung geholt

Obschon er selbst nach eigenen Angaben seit anderthalb Jahren solche Demonstrationen organisiert, hat er Ereignisse wie das an Mariä Lichtmess noch nicht erlebt, sagte Burow gegenüber Corrigenda. Mit insgesamt acht Personen hatte Burow eine Kundgebung in der Koblenzer Innenstadt angesetzt. Ordnungsgemäß angemeldet unter dem Schlagwort „Öffentlicher Protest für das Recht auf Leben mit Gebeten“.

Bereits kurz nach Veranstaltungsbeginn am späteren Nachmittag sei ein Fremder auf die Lebensschutz-Aktivisten zugekommen und habe „sofort mit Beleidigungen begonnen, wurde handgreiflich und hat zudem geschubst“, schildert es Burow diesem Magazin. Der Täter, der mit ausländischem Akzent Deutsch gesprochen habe, habe versucht, einen der Teilnehmer, der eine Kamera hielt, anzugreifen und das Gerät zu beschädigen.

› Abonnieren Sie den Corrigenda-Newsletter und erhalten Sie einmal wöchentlich die relevantesten Recherchen und Meinungsbeiträge

Das, was der Mann skandierte – „Faschos! Nazis!“ –, habe „klar eine linke Note gehabt“, gibt Burow eine politische Einordnung ab. Er habe die Polizei gerufen. Die Beamten nahmen nach der Darstellung die Personalien des Störenfrieds auf, erteilten ihm einen Platzverweis und zogen sich wieder zurück.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. 

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Damit nicht genug. Einige Minuten später „wurden wir von mehreren Seiten angegriffen, mit einer großen Brutalität“. Sieben Täter insgesamt, darunter den ursprünglichen Pöbler und Schubser, will Burow wahrgenommen haben. „Das war eine koordinierte Aktion gegen uns“, ist er sicher. Ein Video, das von der Szene existiert, soll die Gewalttaten nur unvollkommen wiedergeben, weil es nicht alle Täter zeige. Zwei der schwarzgekleideten Täter treten jeweils aus dem Anlauf heraus die Lebensschützer, stürzen sich regelrecht auf sie, wälzen sich im Kampf mit den Teilnehmern auf dem Boden.

Mit Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus

Einer greift nach einem Wägelchen, in dem die Organisatoren Material transportieren, fasst ihn am Griff und schleudert ihn gegen Personen. Ein anderer habe „hinterrücks zugeschlagen“, gegen den Kopf. „Mindestens ein Stein wurde auch geworfen“, berichtet Burow. Fäuste fliegen, es setzt Schläge, die Lebensschützer werden heftig gestoßen, gehen zu Boden, das Transparent heruntergerissen.

Bilanz: „Wir hatten zwei Verletzte, sie mussten im Krankenhaus behandelt werden. Einer trug ein Schädel-Hirn-Trauma davon und wurde zusätzlich an der Hand verletzt, der andere am Kiefer, durch einen Tritt.“ Die Polizei Koblenz, die drei der Tatverdächtigen für die Dauer der Kundgebung in Gewahrsam nahm, konnte auf Corrigenda-Anfrage zum Motiv der Täter bisher nur sagen, dass in alle Richtungen ermittelt werde. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine gesicherten Erkenntnisse über geäußerte Parolen oder Beleidigungen oder eine mögliche politische Tatmotivation vor.“ Auch ein Tatmotiv „aus dem linken Spektrum“ werde geprüft.

Elias Burow will sich nicht einschüchtern lassen, sondern weiter das Banner des Lebensrechts für die ungeborenen Menschen hochhalten. „Wir werden laufend attackiert“, sagt auch Mathias von Gersdorff von dem die Aktion SOS Leben tragenden Verein „Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur“ mit Sitz in Frankfurt gegenüber Corrigenda. „Wir haben sogar ein Buch darüber gemacht“, das Fälle aufliste. „Aber das Level (der Angriffe, Anm. d. Red.) ist unterschiedlich.“ Pöbeleien, Rangeleien – nicht immer erstatte man Anzeige bei der Polizei. Aber die Attacke von Koblenz übertreffe alle bisherigen Angriffe bei weitem.

› Folgen Sie uns schon auf Instagram oder LinkedIn?

3
Kommentare

Kommentare