Das gestörte Verhältnis deutscher Journalisten zum Christentum
„Kulturen werden nicht ermordet, sie begehen Selbstmord“
Arnold J. Toynbee (1889-1975)
Journalisten bekennen sich selten zum christlichen Glauben
Die Haltung vieler Journalisten zum Christentum ist oft verstörend respektlos und zuweilen fast feindselig. Kirchen und Gläubige wehren sich selten gegen Geringschätzung und Respektlosigkeit in Medien. Beides spiegelt den Kulturwandel in Europa wider, die fortschreitende Säkularisierung, den Rückzug des christlichen Glaubens und das Vordringen des Islam in der historischen Heimat der christlichen Kirchen.
Für sie wäre es höchste Zeit, das Verhältnis der Medien zum Christentum kritisch zu hinterfragen. Bedingungen dafür wären vor allem Realitätssinn und Selbstbewusstsein, an beidem scheint es Christen und Kirchen in Europa oft zu mangeln. Dabei geht es um sehr viel mehr als nur die Befindlichkeit der Kirchen oder den Respekt vor Evangelium und Glauben. Es geht tatsächlich auch um die Zukunft Europas.
Schlagzeilen liefert das Christentum vor allem, wenn es um Missbrauchsskandale der katholischen Kirche geht. Die Fülle anderer Themen, die eng mit Religion, Glauben und Kirchen verbunden sind, spielt in den meisten Medien ansonsten eine untergeordnete Rolle. Journalisten bekennen sich oft zu einer linken, grünen Weltsicht, sehr selten zum christlichen Glauben. Auch das könnte die fragwürdige Berichterstattung über christliche Themen erklären.
Die Kirchen setzen ihrer Marginalisierung in den Medien wenig entgegen. Offenbar entspricht der Bedeutungsverlust auch der Selbstwahrnehmung von Katholiken und Protestanten in Kirchen, die sich mit dem gesellschaftlichen Abstieg abgefunden zu haben scheinen.
Dabei spüren alle, dass sich gerade jetzt die Zeiten dramatisch ändern, wir uns inmitten eines Epochenbruchs befinden. „Wir leben nicht nur in einer Epoche des Wandels, sondern in einem Wandel der Epoche“, formulierte es Papst Franziskus. Der Mangel an Respekt und Beachtung für das Christentum in den Medien ist deshalb ein besonders gravierender, folgenreicher Missstand.
Auf die überragende Bedeutung des Christentums auch im 21. Jahrhundert weisen paradoxerweise oft seine Feinde hin. Die Verfolgung von Christen in zahlreichen, insbesondere islamischen Ländern ebenso wie die oft von Ablehnung und Misstrauen geprägte Haltung gegenüber Christen in Europa können auch als Indizien für die Relevanz des christlichen Glaubens für die Moderne gelesen werden. Christen erkennen eher selten, wie ablehnend und feindselig sowohl der sendungsbewusste Islam als auch der von Hedonismus, Sozialismus und Wokeness geprägte Zeitgeist allem Christlichen gegenüberstehen.
Westliche Medien sorgen sich um die Rechte der Muslime
Ausgerechnet dem Islam gegenüber zeigen sich Medien oft respektvoller als im Umgang mit den Kirchen. Die hochproblematischen Folgen der rasanten Ausbreitung des Islam in Europa dagegen sind nur selten ein Medienthema. Allerdings sorgen sich Journalisten häufig um die Rechte der Muslime, sprechen sogar von „Islamophobie“ oder „antimuslimischem Rassismus“. Begriffe wie „Christophobie“ oder „anti-christlicher Rassismus“ sind dagegen unbekannt, obwohl Christen sehr viel mehr unter Verfolgung und Diskriminierung leiden als Muslime.
Die katholische Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind in den Medien meist bei ethischen Fragen wie Abtreibung oder Sterbehilfe gefragt. Presse und Sender berichten auch über Papstreisen, Kirchentage oder Synoden, zuweilen auch über die Probleme der Kirchen wie Priestermangel oder Mitgliederschwund.
Bedeutungsverlust christlicher Themen in den Medien
Insgesamt aber hat das Thema Christentum in den Medien über die Jahre immer weiter an Bedeutung verloren. Die verächtlichen Worte von Karl Marx über Religion als „Opium fürs Volk“ sind vielen Journalisten deutlich vertrauter als die Geschichte des Christentums als Fundament des Abendlandes und der Moderne. Nur sehr selten finden sich in den Medien fundierte Hintergründe und Analysen über christliche Themen.
Besser war es lange in den öffentlich-rechtlichen Programmen. Allerdings schwinden auch bei ARD und ZDF die Beiträge mit christlichem Bezug signifikant. Eine Programmreform beim Deutschlandradio bewirkt in Kürze die Abschaffung der bisher täglichen Sendung „Aus Religion und Gesellschaft“. Das Deutschlandradio will weniger „monothematische“ Magazine – und folgt damit dem Trend anderer Sender, die auf das gesunkene Interesse an christlichen Themen verweisen.
Die Kirchen beklagen diese Entwicklungen kaum, wohl auch deshalb, weil ihre eigenen Publikationen seit langem stark an Resonanz verlieren. So sank die Auflage der katholischen Bistumszeitungen von 2,1 Millionen vor 60 Jahren um fast 90 Prozent. Die regionale Kirchenpresse erreicht nur noch drei Prozent der Kirchenmitglieder – mit weiter sinkender Tendenz.
Für die meisten Journalisten sind Kirchen Interessengruppen wie der Bauernverband oder Amnesty International. Wer die Kirchen aber nur als etwas aus der Zeit gefallene Lobbygruppen mit Partikularinteressen ansieht, blendet fatalerweise die konstitutive Bedeutung des Christentums für die Gesellschaft aus. Allein schon die Zahlen würden eine sehr viel stärkere Präsenz christlicher Themen in den Medien rechtfertigen: Schließlich sind noch immer fast 40 (der 84) Millionen Einwohner Deutschlands Mitglieder der Kirchen.
Kirchen kritisieren Einseitigkeit der Medien
Die verunsicherten Kirchen kritisieren die mächtigen Medien nur sehr ungern. Mit Widerspruch reagieren noch am ehesten die Katholiken, wenn sie sich unfair und unsachlich dargestellt fühlen.
Papst Franziskus klagte über die Neigung von Medien, unbewiesene Verleumdungen zu übernehmen und Feindbilder zu erzeugen. Medien dürften sich nicht „vom Strudel der Sensationsgier und der verbalen Gewalt mitreißen“ lassen, formulierte er 2018 und prangerte eine „Koprophilie“ (Lust am Schmutz) an.
Der Kirchenhistoriker Kardinal Walter Brandmüller geißelte manche Empörung über die Kirche als „Heuchelei“; schließlich gebe es sexuellen Missbrauch überall in der Gesellschaft. Der frühere Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, beschuldigte die Medien sogar, eine „Pogromstimmung“ gegen die katholische Kirche zu entfachen. Manche Attacken in Medien wirkten, als ob sie sich des „Rüstzeugs ... der totalitären Ideologien im Kampf gegen das Christentum“ bedienten, sagte er 2013 als damaliger Präfekt der katholischen Glaubens-Kongregation.
Bischof Bätzing dankt den Medien
Die Bischofskonferenz ist heute sichtlich bemüht, die Medien nicht pauschal als Gegner zu behandeln. So dankte der damalige DBK-Vorsitzende Georg Bätzing 2023 den Medien ausdrücklich für ihre Rolle bei der Aufklärung von Missbrauchsskandalen. Die Kirche habe nicht „aus freien Stücken und Selbsterkenntnis“, sondern auf Druck von Betroffenen und Medien mit der Aufarbeitung begonnen.
In vielen Ländern Europas leiden die katholischen Ortskirchen unter dem gravierenden Ansehens- und Vertrauensverlust wegen der Missbrauchs-Skandale und ihrer nicht selten zu zögerlichen Aufarbeitung. Andererseits werfen viele Diözesen den Medien eine unangemessene Fixierung auf dieses Thema vor – zumal sich sexueller Missbrauch fast überall findet, auch bei Protestanten und Muslimen, in Vereinen, Schulen und Internaten.
Angesichts der oft verstörenden Geschichten von Missbrauchsopfern und des erschreckenden Ausmaßes der Skandale fällt es schwer, Medien den Vorwurf zu machen, unangemessen berichtet zu haben. Allerdings waren viele sensationsheischende Artikel, der Mangel an Differenziertheit oder die Ausblendung der Unschuldsvermutung für die katholische Kirche sehr schmerzhaft – vor allem aber auch ruinös für ihre Reputation.
Journalisten verletzen professionelle Standards
Sehr viel fragwürdiger als die Missbrauchs-Berichterstattung der Medien ist ihre unübersehbare Parteilichkeit bei allen christlichen Themen. Dabei verletzen Journalisten oft die eigenen, professionellen Standards, die das Bemühen um Objektivität und Unvoreingenommenheit verlangen. Journalisten nehmen fast immer Partei für jeden, der von „Reform“ oder „Modernisierung“ spricht. Naheliegend, dass der „Synodale Weg“, die Reformbewegung der Katholiken, die Sympathien fast aller Medien genießt.
Ein ähnlicher Mangel an Objektivität ist erkennbar, wenn über Papst und Vatikan berichtet wird. Argumente von konservativen, traditionsverhafteten Kräften werden meist als Hemmschuh eines angeblich notwendigen Wandels in der Kirche dargestellt. Gleiches gilt für Beiträge über die Protestanten: Je „moderner“ und experimentierfreudiger sie sich präsentieren, desto mehr Medien-Beifall erhalten sie.
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Konservative, zeitgeist-kritische Sichtweisen finden sich meist nur in medialen Nischen wie der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA oder dem christlichen Medienmagazin PRO, der katholischen Würzburger „Tagespost“ sowie den Digital-Portalen „kath.net“, „katholisches.info“ und der Catholic News Agency (CNA).
Konservative christliche Gruppen werden zudem immer wieder reaktionärer, gar rechtsradikaler Tendenzen verdächtigt – nicht nur von Medien, sondern auch von der politischen Linken. Bündnis 90/Die Grünen richteten im Frühjahr sogar eine Anfrage an die Bundesregierung zu möglichen Verbindungen zwischen „christlichem Fundamentalismus“ und Rechtsextremismus.
ARD gegen „christliche Gotteskrieger“ und „Missionstätigkeit“
Entlarvend für die Gesinnung mancher öffentlich-rechtlicher Redaktionen ist der WDR-Beitrag „Gotteskrieger: AfD und radikale Christen“. Er stellte im Sommer 2025 Medien wie IDEA und Tagespost, den Bundesverband Lebensrecht und die „Christdemokraten für das Leben“ als gefährliche Glaubenskrieger dar. Der Publizist Carl-Victor Wachs beklagte daraufhin „die Vergiftung des öffentlichen Diskurses“. „Monitor“-Chef Georg Restle habe den Konflikt um die SPD-Kandidatin für das Verfassungsgericht, Frauke Brosius-Gersdorf, für eine „manische Abrechnung mit dem Christentum“ genutzt, kritisierte Wachs.
Entlarvend sind auch die Reaktionen der Medien auf Fußball-Profis, die sich mit religiösen Gesten zu ihrem Glauben bekennen. Christen provozieren dabei oft Misstrauen und Feindseligkeit – Muslime dürfen mit Verständnis und Nachsicht rechnen.
Als im Juni nach dem WM-Spiel Deutschlands die Nationalspieler Felix Nmecha und Jonathan Tah auf dem Rasen mit Spielern des Gegners Curaçao beteten, stieß diese christliche Geste der Feindesliebe auf viel Ablehnung. Fußballer, die ihren Glauben offen auslebten, wirkten auf den ersten Blick „vielleicht harmlos“, hieß es in der „Tagesschau“, die dann Kritiker zitierte, die vor einer „gezielten Missionstätigkeit“ warnten.
Ganz anders reagieren viele Journalisten auf muslimische Fußballer, die sich mit Gesten wie dem Erheben der Hände gen Himmel oder der „Sadschda“ (Spieler berühren kniend mit der Stirn den Boden) ihren Glaubensbezug betonen. Als Nationalspieler Antonio Rüdiger sich auf einem Instagram-Foto mit dem bei Islamisten beliebten „Tauhid-Finger“ (Zeigefinger nach oben) zeigte, verurteilte die „Tagesschau“ Kritik an der Geste Rüdigers als „antimuslimischen Hass“ von Rechtsradikalen.
Wenn Fronleichnam für das ZDF zum „Happy Kadaver“ wird
Tief blicken lässt es auch, wenn im ZDF der christliche Feiertag Fronleichnam infantil-dümmlich als „Happy Kadaver“ ironisiert wird. Der Titel eines Beitrags auf der ZDF-Website wurde nach Protesten geändert, aber er enthüllt sehr die Haltung vieler Journalisten zum Christentum. Publizist Ulf Poschardt forderte das ZDF sarkastisch auf, ähnliche Scherze einmal auf Kosten des Islam zu machen.
Sobald es um Religion geht, erscheinen viele Journalisten als realitätsfern und geschichtsblind. „Es gibt eine erschreckende Unkenntnis über das Christentum ... Wenn über Papst oder Kirche berichtet wird, dann oft so, als käme das von einer fremden Religion, zu der wir Deutschen oder Europäer keinerlei Bezug mehr haben...“, stellte die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann schon vor fast 20 Jahren fest.
Obwohl gerade die evangelische Kirche dem säkularen Zeitgeist besonders oft zu erliegen scheint, sind es überraschenderweise viele EKD-Repräsentanten, die die Ignoranz der Medien gegenüber der Bedeutung des Christentums anprangern.
In der Öffentlichkeit erscheine „der Glaube an Gott als etwas Exotisches“, klagte auch einer der Nachfolger Käßmanns im EKD-Amt, Heinrich Bedford-Strohm. Religion werde in den Medien oft nur mit Skandalen oder Fundamentalismus verbunden.
Allerdings scheint diese „Gottvergessenheit“ schon manche evangelische Veranstaltungen und Kirchentage zu prägen – wobei die Medien es meistens großartig finden, wenn dort Themen wie Klima, Rassismus oder sexuelle Minderheiten deutlich präsenter sind als Glaubensfragen.
Intellektuelle im Westen kennen vor allem Sünden der Kirchen
Die verbissene Konzentration auf Missbrauchsskandale und kirchenfeindliche Redaktionen verweisen auf eine unterschwellige Christenfeindlichkeit vieler Journalisten. In Zeiten von Identitätspolitik, postkolonialer Studien und westlichem Selbsthass assoziieren sie wie die große Mehrheit der westlichen Intelligenzija die Religion des Abendlandes vor allem mit deren historischen Sünden wie Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und Zwangsmissionierungen.
Dieses gestörte Verhältnis zum Christentum wird durch den „Haltungsjournalismus“ verstärkt. Im „Kampf gegen rechts“ sind Christen meist nur solange willkommen, wie sie sich dem links definierten „Widerstand“ gegen „Neonazis“ und „Faschisten“ anschließen.
Skandinaviens Kirchen als Vorbild?
Medien leisten einen erheblichen Beitrag zur Marginalisierung von Glauben und Kirche in der Gesellschaft. Auch in Deutschland und im übrigen Europa wird damit die Tendenz zu einer „Skandinavisierung“ der Kirchen bestärkt. In Schweden oder Dänemark dienen die evangelischen Staatskirchen vor allem als ein ritueller Dienstleister, zum Zelebrieren der zentralen Lebensfeste wie Taufe, Hochzeit und Tod. Die religiöse Bindung der Kirchenmitglieder in diesen Ländern gilt als extrem gering.
Viele Christen meinen allerdings, dass die Worte von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 2003 noch immer Gültigkeit haben: „Europa darf sich heute nicht einfach auf sein früheres christliches Erbe berufen: Es muss in der Lage sein, seine Zukunft in Übereinstimmung mit der Person und der Botschaft Jesu Christi zu gestalten.“
Diese Sicht vertreten inzwischen auch früher religionsferne Denker wie der kanadische Psychologe Jordan Peterson, der französische Schriftsteller Michel Houellebecq, der schottische Historiker Niall Ferguson oder sogar der einst leidenschaftliche Atheist, der Evolutionsbiologe Richard Dawkins.
Skandalöse Ignoranz gegenüber historischem Wandel
Es gibt zahlreiche Belege für die fragwürdige Geringschätzung des Christentums in unseren Medien. Fast noch gravierender als die Qualitätsmängel in der Kirchen-Berichterstattung wirkt sich die Verweigerung vieler Medien aus, angemessen über Themen mit enormer Bedeutung für die Zukunft der christlichen Welt zu berichten. Angesichts der historischen Bedeutung ist hier das Versagen der Medien geradezu skandalös.
Die Verfolgung von Christen in der halben Welt ist für die meisten Medien nur sehr selten ein Thema. Auch die Sorgen der Christen in manchen Teilen Europas über die ständige Zunahme von Attacken und von Vandalismus finden kaum Widerhall in Zeitungen und Sendungen. Am schlimmsten aber ist wohl die zuweilen zwanghaft wirkende Ignoranz der Medien gegenüber dem sich stetig ausbreitenden Islam in Europa und dem spürbaren Zurückweichen christlichen Lebens, christlicher Traditionen und Symbole.
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Die Verweigerung vieler Medien, sich diesen brisanten Entwicklungen zu stellen, ist weniger ein bedauerliches Resultat journalistischer Fehleinschätzungen, sondern vielmehr Ausdruck der Ideologisierung der Gesellschaft, deren Eliten – in Medien wie in der Politik und in den Kirchen – die Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollen.
Feuer im Haus des Christentums
Es brennt weltweit lichterloh im christlichen Haus, Europa ist konfrontiert mit Herausforderungen von historischer Dimension. Die meisten Journalisten widmen sich lieber anderen Themen.
Natürlich sind die Kriege in Nahost und der Ukraine von überragender Bedeutung, auch für Europa. Die Not der Christen weltweit spielt in der Hierarchie der Nachrichten aber erstaunlicherweise so gut wie keine Rolle. Dabei betreffen die Diskriminierung und Verfolgung von Christen dem christlichen Hilfswerk Open Doors zufolge mehr als 380 Millionen Menschen. Jährlich werden viele tausend Menschen wegen ihres christlichen Glaubens getötet. Weltweit wird keine Religionsgemeinschaft stärker verfolgt als die der Christen.
Krasses Beispiel Nigeria
Nur wenig findet sich dazu in den Medien; oft wirken Berichte fast beschwichtigend. Besonders gerne verweisen Afrika-Korrespondenten darauf, dass es sich in Nigeria um „Stammes-Konflikte“ zwischen Fulani-Nomaden und Ackerbauern handle; Der religiöse Hintergrund wird kleingeredet. Nach dem Massaker an 200 Christen im Juni 2025 suggerierte ein ZDF-Beitrag, dass der Konflikt vor allem mit dem Klimawandel zusammenhänge.
Die Medien blenden gerne aus, dass die Dschihadisten-Organisationen in Reden und Schriften klar und deutlich ihr Ziel eines islamischen Gottesstaates in Nigeria und der Ausmerzung aller christlichen und westlichen Einflüsse beschreiben. In dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas wurden zwischen 2019 und 2025 laut der Organisation für religiöse Freiheit in Afrika mehr als 42.000 Zivilisten getötet. Die Opfer der Massaker, Folterungen und Entführungen waren den Angaben zufolge fast alle Christen; die Täter gehörten vor allem islamistischen Organisationen wie Boko Haram, ISWAP, Ansaru oder den Fulani-Milizen an.
Die Nöte der Christen in Nigeria veranlassten US-Präsident Donald Trump 2025, der Regierung in Abuja mit dem Einsatz von US-Truppen zu drohen, falls die Christen nicht besser vor den Islamisten geschützt werden.
In vielen Teilen Afrikas, vor allem aber in Somalia, Sudan und Eritrea leiden Christen unter „systematischer Verfolgung“ durch islamistische Gruppen. Diese werden oft von reichen Golfstaaten oder dem iranischen Mullah-Regime massiv finanziell und organisatorisch unterstützt, so Analysen des renommierten Brookings-Instituts (Washington).
Wachsende Bedrohung des Christentums in Europa
Nicht nur in China, Nordkorea oder Pakistan werden Christen verfolgt, auch in Europa nehmen anti-christliche Attacken spürbar zu. Erstaunlich sprachlos und zurückhaltend reagieren die Kirchen auf diese verstörende Entwicklung. Kein Wunder, dass auch die Medien kaum über die Angriffe auf Kirchen, christliche Institutionen und Symbole berichten.
In ganz Europa wird auch der Wandel im Alltag der Menschen in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast fatalistisch hingenommen. Dabei sind die Veränderungen insbesondere in den Gemeinden oft schmerzlich. Kirchen sind nur noch zu ganz begrenzten Zeiten geöffnet. Für Weihnachtsmärkte, Pilgerfeste oder Prozessionen bedarf es enormer Sicherheitsmaßnahmen. Aus den Kindergärten und Schulen werden christliche Traditionen und Symbole immer weiter verdrängt, es gibt immer weniger Martinsumzüge und Krippenspiele, immer seltener werden Weihnachtslieder gesungen.
Anti-christliche Angriffe verzehnfacht – Medien schweigen
Seit vielen Jahren nehmen die Angriffe auf das christliche Leben in Europa zu, werden immer mehr anti-christliche Hassverbrechen registriert. 2024 lag ihre Zahl mehr als zehnmal so hoch wie 2011. Dies zeigen seit 15 Jahren anschaulich die jährlichen Berichte der „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa“ (OIDAC Europe) in Wien – von den deutschen Leitmedien weitgehend unbeachtet.
Mehr als 2200 Fälle für das Jahr 2024 führt die Organisation auf, wobei die Bandbreite von Vandalismus und Brandstiftungen in Kirchen und christlichen Einrichtungen bis hin zu tätlichen Angriffen gegen Christen und Geistliche reicht. Vor allem die Zahl der Gewalttaten steigt.
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Mit 94 Brandanschlägen auf Kirchen und andere christliche Orte verdoppelte sich 2024 die Zahl dieser Taten gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen waren dem Bericht zufolge Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien und Österreich. Die Medienresonanz in Deutschland auf den OIDAC‑Europa‑Bericht 2025 war minimal.
Deutsche Bischöfe beklagen ungehemmten Vandalismus in Kirchen
Deutschland gilt als eine Hochburg antichristlicher Taten in Europa. Ein Drittel der gemeldeten Anschläge auf Kirchen fand auf deutschem Boden statt. Beim Vandalismus in Kirchen seien inzwischen „alle Tabus gebrochen“, klagte die deutsche Bischofskonferenz im August 2025.
Jedes Jahr gibt es nach einer Erhebung des katholischen Nachrichtendienstes KNA bei den Landeskriminalämtern inzwischen mehrere tausend Fälle von Diebstählen und Sachbeschädigungen rund um Kirchen, Friedhöfe oder Pfarrheime; Gemeinden berichten von Fäkalien im Weihwasserbecken, geköpften Madonnenfiguren oder Unrat in den Kirchen, Gebet- und Gesangbücher würden mutwillig beschädigt. Dabei geht die Kirche von einer hohen Dunkelziffer aus, viele Pfarrgemeinden meldeten solche Vorfälle gar nicht mehr.
Papst Franziskus: „Verfolgung mit Samthandschuhen“
Papst Leo kritisierte in seiner Neujahrsansprache 2026 eine „subtile Form der religiösen Diskriminierung gegenüber Christen“ in Europa. Papst Franziskus hatte von einer „höflichen ... Verfolgung mit Samthandschuhen“ gesprochen.
Es gebe in Europa gegenüber Christen neben den erschreckenden Gewalttaten vor allem eine „schleichende Form von Druck, Ausgrenzung und wachsender Feindseligkeit im Alltag“, sagte OIDAC-Geschäftsführerin Anja Tang der CNA. Das reiche von Angriffen auf Kirchen über Einschränkungen der Gewissensfreiheit bis hin zu gesellschaftlicher Ächtung religiöser Überzeugungen.
Die Einseitigkeit vieler Medien bei christlichen Themen verstärke die „zunehmende gesellschaftliche Feindseligkeit gegenüber Christen“, meinte Tang. Alarmierend seien auch Anklagen gegen Christen, die schlicht biblische Inhalte zitierten (Finnland) oder die katholische Sexualmoral verteidigten (Island). Sie müssten sich vor Gericht wegen angeblicher „Hassrede“ verantworten.
Im Gespräch mit Corrigenda kritisierte die OIDAC-Chefin, dass in Deutschland viele christenfeindliche Straftaten nicht als solche erfasst, sondern beispielsweise lediglich als Sachbeschädigung eingestuft würden.
Unterdessen lassen immer wieder Berichte aus Schulen aufhorchen, wo muslimische Kinder ihre christlichen Klassenkameraden zuweilen gewalttätig bedrängen, islamischen Regeln – wie dem Ramadan-Fasten oder bei der Kleidung von Mädchen – zu folgen. Die meisten Medien in Europa schenken den wachsenden Problemen der Christen relativ wenig Aufmerksamkeit. „Hass-Rede“ gegen Christen ist kein populäres Thema – dabei aber Realität in Schulen oder Vereinen.
Medien betont unkritisch gegenüber Islam und Muslimen
Zur Wirklichkeit des modernen Europa gehört auch die dramatisch fortschreitende Islamisierung in der Gesellschaft – allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung. Die meisten Medien reagieren darauf wie auch große Teile der politischen und kulturellen Eliten – indem sie ausblenden, kleinreden, verharmlosen und beschönigen.
Das beginnt schon damit, dass nicht einmal quantitativ die rasche Ausbreitung des Islam in Europa angemessen thematisiert wird. Dabei lag der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung vor 60 Jahren fast überall in Europa – Ausnahme Frankreich – unter einem Prozent; er beträgt heute schon in vielen Staaten das Zehnfache und mehr.
In Deutschland leben nach den – eher konservativen – Schätzungen des Bundesministeriums für Migration an die sieben Millionen Muslime, was einem Anteil von etwa 8,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Ähnlich ist es in Österreich.
Muslimische Minderheiten wachsen rapide
In Frankreich und Schweden sind fast zehn Prozent der Bürger muslimisch, in Großbritannien etwa sieben Prozent. Das Pew Research Center prognostiziert für diese Länder bis 2050 einen deutlichen Anstieg der muslimischen Minderheit: in Deutschland wird ihr Bevölkerungsanteil bei etwa elf Prozent liegen, in Frankreich bei 18 Prozent, in Großbritannien bei knapp 17 Prozent und in Schweden bei mehr als 20 Prozent. Bleiben die Geburtenraten bei Muslimen so hoch und die der Christen so niedrig, wird das christliche Europa spätestens im kommenden Jahrhundert Geschichte sein.
Angesichts der hochproblematischen, muslimisch geprägten Parallelgesellschaften in einigen Städten, des erkennbar hohen Anteils der Muslime an Kriminalität und Gewaltdelikten in fast allen europäischen Ländern sowie der enormen Herausforderungen in Schulen, Krankenhäusern, Ämtern und Gefängnissen im Zusammenhang mit Muslimen ist es leicht, schon für die nahe Zukunft schwierige Zeiten für die Nationen in Europa vorauszusagen.
Medien ignorieren historischen Wandel
Dieser historische Wandel im Herzen des Abendlandes, dieses massive Eindringen des Islam in weite Teile Europas, finden in kaum einem Medium angemessene Resonanz. Dieses kontinuierliche Ausblenden der Realitäten und eine völlig falsche Themensetzung, bei der es vor allem um angebliche Ausländerfeindlichkeit und „Islamophobie“ geht, bedeuten für den Journalismus ein krasses Versagen sowohl in Bezug auf die Chronistenpflicht als auch bei der zentralen Aufgabe, kritisch und reflektierend zu informieren.
Allerdings könnten die Medien darauf verweisen, dass ja nicht einmal die Kirchen den historischen Wandel benennen und problematisieren. Ähnlich beschönigend, weltfremd und oft auch einfach unwillig wie die Medien gehen in der Regel EKD und Bischofskonferenz mit den verschiedenen Facetten der Islamisierung um – obwohl muslimische Traditionen und islamische Werte unsere ganze Lebensweise in Frage stellen. Kritische Reflexionen zu der Ausbreitung des Islam in Europa sind Mangelware.
Päpste Franziskus und Leo fürchten den Islam nicht
Dazu könnte man vielleicht die heftig kritisierte Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. zählen, der 2006 indirekt auf Gewalt und Inhumanes im Islam verwies. Papst Franziskus dagegen relativierte 2016 in einem Interview den Eroberungswillen des Islam mit einem Verweis auf den christlichen Missionsbefehl des Matthäus-Evangeliums. Das 2025 verstorbene Kirchenoberhaupt wandte sich gegen eine „Angst“ vor dem Islam. In „Evangelii gaudium“ hatte Franziskus die Christen aufgefordert, muslimische Einwanderer „mit Zuneigung und Achtung“ aufzunehmen.
Papst Leo XIV. glaubt an ein gutes Miteinander zwischen Christen und Muslimen. Er warf im Dezember 2025 Migrationsgegnern vor, Ängste um den Verlust der christlichen Identität Europas zu schüren. Die Erfahrungen im Libanon zeigten, dass Christen und Muslime gut miteinander leben könnten, so das Kirchenoberhaupt. Die Christen im Libanon, deren Zahl seit langem sinkt, werden diese These als ziemlich weltfremd empfinden, wissen sie doch, wie sehr die islamistische Terrororganisation Hisbollah, weitgehend unterstützt von den lokalen Schiiten, das einst blühende Land in ein Dauerchaos gestürzt hat.
Christen „Bürger zweiter Klasse“ in Deutschland?
Sehr klar, pessimistisch und für die katholische Kirche untypisch beschrieb Kardinal Gerhard Ludwig Müller die Ausbreitung des Islam; 2025 zeichnete er das Bild eines islamischen Deutschlands, in dem einmal die Christen nur noch „Bürger zweiter Klasse“ sein würden. Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn erklärte 2024, man müsse den Niedergang des christlichen Europas akzeptieren.
Die wohl deutlichste Warnung vor dem Islam stammt von Rudolf Voderholzer, dem katholischen Bischof von Regensburg. 2018 erklärte er, die Sorge vor einer „drohenden Islamisierung Mitteleuropas“ durch Einwanderung und Geburtenraten sei weder „ganz unberechtigt“ noch ein „krankhaftes Hirngespinst“. Der Westen müsse aber weniger die Bedrohung von außen fürchten als „die eigene Glaubensschwäche und die eigene Unlust an der Zukunft“.
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Der verstorbene italienische Kardinal Giacomo Biffi warnte schon vor 25 Jahren vor einer Islamisierung Europas. „Europa wird entweder wieder christlich oder es wird muslimisch“, sagte er und lehnte einen „Dialog mit dem Islam … um jeden Preis“ ab. Der Erzbischof von Pompeji, Carlo Liberati, schimpfte 2017 über die allgemeine „Dummheit“ der Christen, die nicht wahrhaben wollten, wie ihre Präsenz zurückgedrängt werde.
Die Christen in Europa scheinen in ihrer großen Mehrheit den Islam nicht als eine Bedrohung anzusehen. Das Verhältnis der Kirchen zum Islam wird fast überall bestimmt vom Willen zum Dialog und friedlichen Miteinander. Kardinal Reinhard Marx wies 2015 als DBK-Vorsitzender Ängste vor einer baldigen Islamisierung zurück und nannte sie „Verschwörungstheorien“; eine „Multireligiosität“ sei längst Realität.
EKD sieht in der Ausbreitung des Islam keine Gefahr
Vor allem die evangelische Kirche will von einer Gefahr der Islamisierung nicht viel wissen, die EKD sucht Gemeinsamkeiten mit den Muslimen in Form von gemeinsamem Fasten, gemeinsamen Veranstaltungen und Stellungnahmen. Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm nannte 2015 Ängste wegen der wachsenden Zahl der Muslime „kleingläubig“ und fragte, ob man dem eigenen Glauben so wenig zutraue, dass wenige Millionen Muslime die christliche Kultur verdrängen könnten.
Der Optimismus des Theologen und ehemaligen Landesbischofs ist schon erstaunlich. Ist er nicht über die demographische Entwicklung in Europa informiert? Hat er die Geschichte Europas und die vielen Schlachten vergessen, in denen Heere islamischer Mächte zurückgeschlagen werden mussten? Kennt er nicht die zahlreichen, auch aktuellen Schriften und Reden islamischer Politiker und Geistlicher, die keinen Zweifel an ihrem Willen lassen, die „Ungläubigen“ in der ganzen Welt zu Anhängern Mohammeds zu bekehren? Könnte es sein, dass die Zurückhaltung der Kirchen sogar dem ureigensten Auftrag des Evangeliums widerspricht?
Die Angst der Journalisten
Die zutiefst unkritische Haltung vieler Medien gegenüber dem Islam erklärt sich auch aus der großen Angst der Journalisten, in die Nähe „altmodischer“, „reaktionärer“ oder gar „rechtsradikaler“ Positionen zu geraten. Das paradoxe Ergebnis ist, dass viele Journalisten mit großer Distanz und betont kritisch über Kirche und christliche Themen berichten, dann aber in ihrer Arbeit ausgerechnet die Religion mit Samthandschuhen anfassen, von der tatsächlich mannigfache Gefahren für Frieden, Freiheit und Demokratie in Deutschland und Europa ausgehen.
In den Medien der westlichen Demokratien gilt es als ein politisches und journalistisches Gebot, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden. Es gibt demnach eine große Mehrheit friedfertiger Muslime, die sich durchaus in eine freiheitliche, demokratische Gesellschaft mit Frauenemanzipation und Minderheitenschutz einfügen kann. Daneben aber fanatische Islamisten und Terroristen, die für einen islamischen, menschenverachtenden Gottesstaat kämpfen.
Es gibt gute Gründe, an dieser scharfen Trennung zu zweifeln. Dazu gehört die gesellschaftliche Realität in der islamischen Welt mit der Diskriminierung von Frauen, religiösen und sexuellen Minderheiten. Oder auch das Ergebnis von Umfragen unter Muslimen in Europa, die sich millionenfach stärker an der Scharia als an den jeweiligen Verfassungen orientieren. Schließlich die offenbar nicht bewältigbaren Probleme mit Muslimen in Europa, wo sich die zweite und dritte Generation muslimischer Einwanderer mitnichten besser in die Demokratie einfügt als die Eltern und Großeltern.
Der Vorwurf gegen Medien, sie versagten bei der Berichterstattung über das Christentum und den Islam, hat eine enorme historische Dimension. Es geht hier eben nicht um irgendwelche Interessengruppen, wie sie sonst in der Demokratie konkurrieren. Denn Presse und Sender ignorieren gezielt Entwicklungen, die das religiöse, kulturelle und politische Fundament des Abendlandes und damit die Grundlagen des Zusammenlebens der Menschen in Europa gravierend verändern.
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Kommentare
Glasklare Analyse. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass ein satanischer Plan in die Tat umgesetzt wird. Die Vernichtung der christlichen Monarchien, Zerstörung Europas in zwei Weltkriegen, radikale Säkularisierung, Zweites Vatikanisches Konzil, Islamisierung Europas und die totale Selbstaufgabe der Kirchen.