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Kind via Leihmutterschaft gekauft

Jens Spahn ist ein falscher Fuffziger

Was soll man dazu sagen? Dass wir es euch ja gesagt haben? Und dass es nicht gut ausgeht? Das könnten wir. Und ergänzen: Ihr habt natürlich nicht darauf gehört. Als wir warnten, wenn die Tür einmal einen Spalt weit auf ist, sie durch die Stürme dieser Zeit immer weiter aufgerissen wird. So wie ihr es auch bei der Legalisierung von Abtreibung, der „Ehe für alle“, dem Transgender-Wahnsinn und grundsätzlich bei der Auflehnung gegen Gott und seine Gebote getan habt.

Wir, das sind Christen, die ein realistisches Menschenbild haben. Die wissen, was der Menschenseele schadet und was ihr guttut. Dass es eine Ökologie des Menschen gibt, dass es eine natürliche Ordnung gibt, die nicht mit einer irgendwie gearteten Kraft der Natur zu verwechseln ist. Und dass wir aus all diesen Dingen ableiten können, was einer Gesellschaft, was einem Land guttut und was schädlich ist.

Die Keimzelle der Gesellschaft wird kaputtgemacht

Und wir haben schon immer gesagt, was nun Gott sei Dank auch immer mehr säkulare Menschen- und Frauenrechtler, Politiker, Journalisten und Wissenschaftler erkennen: Dass Leihmutterschaft das Glück einer Schwangerschaft in eine „verhandelbare Dienstleistung“ (Papst Leo XIV.) verwandelt, das Baby zu einem Produkt herabstuft, die Würde von Kind und Mutter verletzt und die Familie, die Keimzelle der Gesellschaft, kaputtmacht. Sogar der UN-Menschenrechtsrat fordert inzwischen ein internationales Moratorium.

Nun hat die Öffentlichkeit via Bild-Zeitung erfahren, dass Jens Spahn, von Beruf Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, und sein Partner Daniel Funke, mit dem er seit 2017 standesamtlich verheiratet ist, via Leihmutterschaft ein Kind erworben haben. Ziemlich genau drei Monate, nachdem ein anderer homosexueller CDU-Bundestagsabgeordneter, der bekannte Virologe Hendrik Streeck nämlich, via Leihmutterschaft Vater geworden ist.

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Dass Jens Spahn, der oft fälschlicherweise als konservatives Aushängeschild der Union gesehen wird, und sein Partner die Nachricht über ihre Selbstverwirklichungsmaßnahme nicht nur an Freunde geschickt haben, sondern auch an die Bild-Zeitung, die mit Erlaubnis der beiden Männer ein „Foto voller Familienglück“ veröffentlichen durfte, beweist, dass der CDU-Politiker damit in die Offensive gehen will. Wohlwissend, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und, wie er selbst schreibt, bei dem Thema „oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht“.

Nur um im nächsten Satz zu ergänzen: „Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‘Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.’“ Spahn geht nicht nur mit dem deutschen Gesetz betont lax um, sondern auch mit den kirchlichen Geboten, denen er als Katholik zu folgen versuchen sollte. „Mein Glaube trägt mich“, sagte er erst vor wenigen Monaten der Bild am Sonntag. Doch was die Kirche zu Homosexualität sage, habe ihn „ehrlicherweise nie interessiert“.

Es gibt kein Recht auf Kinder

Homosexuelle Menschen sollen gemäß Katechismus sexuell enthaltsam leben. Genauso wie alle anderen, die nicht im Stand der Ehe sind. Die Kirche führt diese Gebote nicht an, um Menschen zu triezen und zu quälen, sondern um sie zu schützen. Es gibt eine Einheit von Liebe und Fortpflanzung, wodurch die Sexualität zwei Dimensionen bekommt: die der Liebe und die des Kinderzeugens. So wie eine Kuh keine Eier legen kann, so können zwei Männer auch keine Kinder zeugen.

Wer das eine will, muss das andere mögen. Spahn und sein Partner hätten das akzeptieren sollen. Dass dies unangenehm sein kann, dass ein unerfüllter Kinderwunsch etwas vom Schmerzhaftesten ist, das ein Mensch erleben kann, ist nachvollziehbar. So ergeht es vielen Paaren in Deutschland.

Es gibt kein Recht auf Kinder, wohl aber ein Recht eines Kindes auf einen Vater und eine Mutter.

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Und trotzdem reisen sie nicht in die USA, um auf zwielichtige Weise ein Kind zu kaufen. Wobei bei homosexuellen Paaren oftmals drei verschiedene Menschen beteiligt sind: der Samenspender, die Eizellspenderin und die Frau, die das Kind austrägt. Das Kind wird dann von dem Paar adoptiert und kann damit wegen einer Gesetzeslücke legal nach Deutschland einreisen, sofern einer der beiden Männer der genetische Vater ist, was im aktuellen Fall Daniel Funke sein soll.

Die ethische Problemdimension ist eklatant. Mutige Menschen wie Olivia Maurel, die selbst aus einer Leihmutterschaft hervorging, darunter leidet und gegen diese menschenfeindliche Praxis kämpft, machen weltweit darauf aufmerksam. Zum Beispiel mit der Casablanca-Deklaration.

Jens Spahn hat jegliches Vertrauen verspielt

Warum handelt Jens Spahn dann trotzdem so? Obwohl seine Partei, die CDU, Leihmutterschaft noch immer ablehnt (die Betonung liegt auf „noch“)? Weil er ein falscher Fuffziger ist. Um zu diesem Urteil zu kommen, reicht der aktuelle Fall allein nicht aus. Doch die Indizienlage insgesamt ist erdrückend: In der Corona-Zeit fiel Spahn mit fragwürdigen Masken-Deals auf, die dem Steuerzahler nun zusätzliche Hunderte Millionen Euro kosten. In der Causa Brosius-Gersdorf offenbarte Spahn, dass ihm der Lebensschutz offenbar nicht wichtig ist und die bis dahin positiven Äußerungen dazu nur Schein waren. Und auch in der Debatte um Leihmutterschaft zeigte sich Spahn als Bundesgesundheitsminister 2020 noch als strikter Gegner einer Legalisierung. Begründet hatte sein Haus das damals mit dem Wohlergehen des Kindes.

Jetzt nutzt er eine Gesetzeslücke, um unter Jubel der größten Medien des Landes das zu tun, was er vorher großspurig abgelehnt hat. Schlimmer noch als der Vertrauensverlust, den man als bisheriger Spahn-Wähler erleben muss, ist die Wirkung, die dieser Fall erzielt. Hier sollen Fakten geschaffen werden nach dem Motto: Wenn es eh möglich ist, dann kann man es auch gleich erlauben.

Während Spahn die Sommerpause im Bundestag dafür nutzt, um bei seinem gekauften Kind in den USA zu sein (wurde die Schwangerschaft vielleicht sogar so getimt, dass die Geburt am Beginn der Sommerpause geschieht?), kämpft eine Leihmutter in Kanada vor Gericht gegen ein schwules Paar, von dem sie verklagt wurde. In der 22. Schwangerschaftswoche wurde bei einem Ultraschall eine mögliche Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und ein geringfügiger Herzfehler festgestellt. Das Paar wollte die Mutter zu einer Abtreibung zwingen. Doch sie lehnte ab, die Fehlbildung sei weitgehend nur kosmetischer Art und behandelbar. Inzwischen ist das Kind zwei Jahre alt.

Das Paar verlangt nun 600.000 Dollar Schadenersatz, weil ihm emotionaler Schaden zugefügt sowie die Vertraulichkeit verletzt worden sei und die Mutter das Kind durch eine Hausgeburt gefährdet habe.

Die Potenzierung des Leids

Wer Leihmutterschaft gutheißt, wer sie befördert, wie Jens Spahn das offensiv tut, der ist auch mitverantwortlich für all das, was daraus folgen wird. Erpressung von Frauen, Kinder, die nichts weiter als Produkte sind und die bei einem Fehler weggeworfen werden. Die Kommerzialisierung der Schwangerschaft mit „Servicepaketen“, die man kaufen kann – lesen Sie dazu unsere Recherche über eine Leihmutterschaftsfirma in der Ukraine.

Leihmutterschaft in welcher Form auch immer verursacht unsägliches Leid. Gesetzeslücken wie in Deutschland und nicht verfolgte Verstöße gegen das Werbeverbot befördern es. Und eine Legalisierung würde das alles noch einmal auf eine ganz andere Stufe heben und das Leid potenzieren.

Es kann jedenfalls später keiner behaupten, man hätte es ihm nicht gesagt.

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