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Kolumne „Das liebe Geld“

Die Zinsjagd lohnt sich doch

Die Deutschen sind ein Volk von fleißigen Sparern. Seit Jahren liegt die Sparquote um die zehn Prozent. Legen Sie auch jeden zehnten Euro beiseite? Und wohin genau legen Sie ihn? Girokonto, Sparbuch, Tages- oder Festgeld? Achten Sie dabei darauf, möglichst hohe Zinsen zu bekommen und wechseln dafür gegebenenfalls auch die Bank oder eröffnen Sie ein neues, zusätzliches Konto? Das sollten Sie nämlich tun. Nicht nur, weil die Inflation von weit über drei Prozent sonst das Ersparte wegfrisst. Eine neue Studie zeigt auch: Das Zinshopping, wie die sportliche Zinsjagd auf Neudeutsch heißt, lohnt sich!

In den Jahren der Null- und Niedrigzinsphase war es zugegebenermaßen ein wenig aus der Mode gekommen, mit dem Tagesgeld von Bank zu Bank zu wechseln, immer auf der Suche nach den besten, den höchsten Zinsen. Und auch danach, als es wieder Zinsen gab, hieß es oft: Lohnt sich eigentlich nur mit größeren Beträgen. Das stimmt auch. Mit ein paar Hundert oder wenigen Tausend Euro auf Zinsjagd zu gehen, ist eher zeitaufwendig denn lukrativ. Zumal es ja auch oft Aktionen zum Anlocken von Neukunden sind, die dann zeitlich auslaufen. Aber es spricht nichts dafür, diese „Lockangebote“ anzunehmen.

Die Fakten

Mit einer größeren Summe lohnt es sich nämlich richtig, auf Zinsjagd zu gehen. Und es hat sich auch in den vergangenen Jahren gelohnt. Das zeigt eine Auswertung von Max Herbst. Der Chef der FMH-Finanzberatung kennt sich aus in der Welt der Zinsen und Gebühren, liefert mit seinem Team immer den aktuellsten Vergleich. Ein Besuch der Webseite lohnt sich! Max Herbst ist ein wahrer „Number-Cruncher“. Die Frage darauf, ob sich Zinshopping überhaupt lohnt, hat er jüngst auch beantwortet. Das Ergebnis: Ein sehr klares Ja!

Es hätte sich sogar richtig gelohnt, zwischen August 2022 und Juli 2026 nach Ablauf des Aktionszeitraums konsequent zur nächsten Bank mit einem attraktiven Neukunden-Angebot zu wechseln. Um das herauszufinden, hat FMH die Tagesgeld-Erträge von drei verschiedenen Kunden ermittelt und gegenübergestellt. Sie alle starteten mit 50.000 Euro und sammelten dann vier Jahre lang Zinsen an. Das Ergebnis ist mehr als deutlich!

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Der Tagesgeld-Hopper hat in diesem Zeitraum stolze 6.744 Euro Zinsen angehäuft. Der Direktbankkunde kommt auf 1.567 Euro. Der Kunde der regionalen Filialbank schaffte es gerade einmal auf 797 Euro. Das konsequente Wechseln zum jeweils besten Tagesgeldangebot hätte sich also auf jeden Fall gelohnt. Kleiner Wermutstropfen: 16 Bankwechsel und 17 Konten – das bedeutet schon einen gewissen Aufwand. Der „Stundenlohn“ kann sich aber trotzdem sehen lassen.

Ich bin ja ehrlich gesagt etwas zu faul, um mich ständig mit Gebühren und Konditionen zu beschäftigen. Das tue ich zwar in meinem Job als Finanzjournalistin ständig. Aber wenn es um meine persönlichen Finanzen geht?

Etwas Aufwand, hoher Stundenlohn

Ich muss zugeben: Ich mag Beständigkeit, mag mich nicht ständig kümmern. Ich lasse es einfach laufen. Bei meiner langfristigen Anlagestrategie mit viele Aktien- und wenigen Anleihe-ETFs mag das genau der richtige Weg sein. Aber mit Blick auf die Liquidität, auf meine Notgroschen, das Tagesgeld? 

Immerhin bin ich vor gut zwei Jahren mit meinem Polster für schlechte Zeiten zu einem Neobroker mit sehr guten Zinsen gewechselt, die Onlinebank hatte mich eher darben lassen. Es wäre aber besser gegangen. Das zeigt die Auswertung von Max Herbst.

Wenn es um unsere Geldanlage geht, lohnt es sich immer zu vergleichen. Das gilt für die Gebühren und erst recht für die Zinsen. Alle drei oder sechs Monate – länger laufen die „Lockangebote“ ja selten“ – das Tagesgeldkonto zu wechseln, ist ein überschaubarer Aufwand. Gerade in Zeiten steigender Zinsen überbieten sich die Anbieter auch gern, schließlich wollen sie mit den Top-Konditionen Neukunden anlocken.

Warum also die Superzinsen nicht mitnehmen, statt das Geld den Banken zu schenken. Es wäre woanders sicher besser eingesetzt.

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