Ob für dich oder die anderen: Verzichte nicht auf Dividenden
Wäre es nicht wundervoll, nicht mehr einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen? Wenn man nicht mehr auf ein Gehalt angewiesen ist, weil einfach genug Geld aus anderen Einnahmequellen kommt. Das können Mieteinnahmen sein, Zinsen auf das Ersparte oder Versicherungspolicen. Auch Dividenden sind ein feines passives Einkommen. Zugegeben, das ist und bleibt für die meisten von uns Wunschdenken, aber ein kleines Extra-Einkommen ist möglich und wäre doch auch schön, oder?
Meine erste Wahl sind dabei – wenig überraschend für eine leidenschaftlichen Börsianerin – Aktien von Unternehmen, die ihre Gewinne großzügig an ihre Anteilseigner ausschütten. Und das sind eben die Dividenden. Viele Anleger setzten sehr bewusst auf Aktien von Firmen, die eine hohe Ausschüttungsquote haben. Die Dividendenstrategie ist eine der bekanntesten und beliebtesten überhaupt.
Dividenden als Renditeturbo
Dividenden sind eine feine Sache und sie machen übrigens auch einen Großteil unserer Rendite als Aktionäre aus. Vor allem dann, wenn wir sie gleich wieder investieren oder besser noch börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und klassische Fonds wählen, die die Dividenden gar nicht erst ausschütten, sondern automatisch wieder anlegen – im Börsendeutsch: thesaurieren. Dann zünden die Dividenden einen richtigen Renditeturbo.
Besonders deutlich wird das, wenn Sie den Dax-Performanceindex mit dem Dax-Kursindex vergleichen. Letzterer gibt die reine Kursentwicklung der im Index enthaltenen Aktien wieder. In den Performanceindex werden die Dividenden rein rechnerisch reinvestiert. Und das zahlt sich richtig aus. Während dieser Dax bei gut 23.000 Punkten notiert, liegt der Kursindex nur bei etwas mehr als 8.600 Punkten. Gestartet sind beide übrigens 1988 bei 1.000 Punkten. Dieser Renditeturbo kann sich sehen lassen, oder?
Deutsche Konzerne schütten fast 53 Milliarden aus
Aber auch wenn Sie die ausschüttende Variante wählen, sind Dividenden eine feine Sache. In diesen Wochen läuft die Dividendensaison. Auch wenn die Ausschüttungen deutscher Konzerne zwar keinen neuen Rekord markieren werden, erreichen sie mit 52,9 Milliarden Euro aber in etwa das Niveau des Vorjahres, prognostiziert die Fondsgesellschaft Deka. Und auch im restlichen Europa und in den USA sowieso werden die Dividenden sprudeln. Doch wie viel es gibt, das ist von Unternehmen zu Unternehmen ganz unterschiedlich.
Die Kennzahl, die uns Aufschluss gibt, ist die Dividendenrendite. Dabei wird die Dividende ins Verhältnis zum Börsenkurs gesetzt. Die 40 Dax-Konzerne haben in den vergangenen Jahren durchschnittlich um die drei Prozent gezahlt.
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Es gab Unternehmen mit höheren und niedrigeren Dividendenrenditen. Diese Kennzahl darf aber nie die einzige sein, auf die Sie Ihre Investitionsentscheidung stützen. Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl, die schwanken kann. Sinkt der Aktienkurs steigt die Dividendenrendite rein rechnerisch und umgekehrt. Es hat aber Gründe, warum sich Aktienkurse in die eine oder andere Richtung bewegen.
Lassen Sie sich also bitte nicht von einer hohen Dividendenrendite blenden. Es könnte ein Kursrutsch dahinterstecken und hinter diesem wiederum könnte eine Krise des Unternehmens stecken. Möglich, dass die Dividende in der Krise gekürzt oder sogar gestrichen wird.
Eine andere Möglichkeit für Unternehmen, ihren Anteilseignen etwas zurückzugeben, besteht darin, dass sie ihre Anteile zurückkaufen. Das hebt den Kurs. Der Nachteil: Solange der Aktionär seine Anteile nicht verkauft, hat er erst einmal nichts davon. Bei der Ausschüttung der Dividenden werden zwar Steuern fällig, aber der Aktionär kann dann selbst entscheiden, was er mit dem Geld macht. Kurz: Die Verantwortung bleibt beim Sparer.
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Warum die Dividende nicht spenden?
Die eigentlich so erfolgsversprechende Dividendenstrategie hat also auch ihre Tücken. Ich setzte deshalb auch hier lieber auf breite Risikostreuung und investiere in ETFs und Fonds. Das sollten Sie auch bevorzugen. Und wenn Sie das Geld gerne als passives Einkommen auf dem Konto haben möchten, dann wählen Sie die ausschüttende Variante.
Dann zünden die Dividenden zwar nicht den Renditeturbo, aber Sie können sich etwas Schönes leisten. Vielleicht spenden Sie die Dividenden auch für einen guten Zweck? Der Vorteil: Das Kapitalstock bleibt erhalten, sodass Sie immer wieder spenden können, nicht nur einmal.
Ihrer Fantasie sind da keine Grenze gesetzt. Aber verzichten Sie bitte nicht auf diese Einnahmequelle!
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