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Verharmlosung und Schweigen

Islamisierung Europas: Die Kirchen sind ratlos, verunsichert – und mitschuldig

Der ehemalige libysche Diktator Muammar Ghaddafi sagte genau vor 20 Jahren, am 10. April 2006, in einer Rede:

„Wir haben 50 Millionen Muslime in Europa. Es gibt Anzeichen dafür, dass Allah dem Islam den Sieg in Europa schenken wird – ohne Schwerter, ohne Waffen, ohne Eroberungen. Die fünfzig Millionen Muslime Europas werden es innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem muslimischen Kontinent machen.“

Die Ausbreitung des Islam in Europa, getrieben durch Demografie und Migration, geht in vielen Ländern mit wachsender Relevanz für die Gesellschaft weiter. Eine angemessene Reaktion der Kirchen ist nicht erkennbar. Sie betonen ihren Willen zum Dialog und zur Toleranz, haben aber auf die zwangsläufig schwindende Bedeutung des Christentums und seiner Werte in Europa kaum eine adäquate Antwort.

Dafür verantwortlich ist offenbar eine politische Moral, die eine Verleugnung der Realitäten mit sich bringt. Es sind vor allem Berührungsängste mit „rechten“ und „populistischen“ Ansichten, die in den Kirchen das Thema der spürbaren Islamisierung Europas tabuisieren.

Die Christen, Amtsträger wie Laien, werden in Deutschland und in vielen anderen Staaten wahrscheinlich einmal fassungslos und beschämt ihr historisches Versagen angesichts der Entchristlichung Europas eingestehen. Denn sie ist keineswegs nur Resultat der zunehmenden Säkularisierung, der allgemeinen Verunsicherung, der bohrenden Selbstzweifel und des zuweilen tragischen Selbsthasses in den westlichen Gesellschaften.

Auch die ungebremste Ausbreitung des Islams verstärkt massiv den Bedeutungsverlust der Botschaft Christi. Trotz vieler Warnungen und kluger Analysen erkennen die Kirchen kaum ihre eigene, fatale Rolle bei dem schleichenden, aber stetigen Niedergang des Christentums auf dem alten Kontinent.

Dabei geht es nicht einmal nur um die Kirchen und die Gläubigen, sondern um fast alles, was das Leben, was die Zivilisation und die Kultur in Europa von den Realitäten in Rotchina, Nigeria oder Afghanistan unterscheidet. Schlicht zusammengefasst: Es geht um den Bestand des Abendlandes.

Europa in der Defensive

Um die Weltenläufe zu verstehen, sollte man lesen und zuhören, seinen Verstand benutzen, aus der Geschichte lernen und ohne Angst schwierige Themen erörtern. Die christlichen Kirchen scheinen allerdings seit langer Zeit die Ohren zu verschließen, ihren Gefühlen, nicht ihrem Verstand zu folgen, die Geschichte des Abendlandes zu ignorieren und sich ängstlich unliebsamen Erkenntnissen zu verschließen.

Sowohl die katholische Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) klammern sich fast verbissen an die irrige Vorstellung, der „politische Islam“, die Radikalität der Islamisten, habe nicht wirklich etwas mit Lehre und Werten des „Propheten“ Mohammed zu tun. Der Islamismus sei lediglich eine aggressive Entartung des Islams.

Wunschdenken, Selbstzufriedenheit, vor allem aber Ängste vor einer bedrohlichen Realität sind wohl in den Kirchen die wesentlichen Ursachen für den krampfhaft positiven Blick auf den Islam, für die Leugnung des aktuellen „Kampfes der Kulturen“. Vermutlich ist die Geschichte ohnehin ein steter Kampf von Kulturen und Religionen um Dominanz. Christen müssten die Relevanz dieser Erkenntnis schon daran erkennen, dass heute keine Religionsgemeinschaft stärker angefeindet und verfolgt wird als die der Christen – vor allem in der islamischen Welt.

Das Schweigen zur Christenverfolgung

„Das Schweigen zur Verfolgung der Christen im Orient ist wirklich dramatisch“, kritisierte die Islamforscherin Susanne Schröter. „Die Kirchen erheben immer ihre Stimme, wenn Muslimen Unrecht geschieht“, aber wenn es um die Verfolgung der Christen gehe, seien Europas Christen kaum zu hören.

Das Thema der Christenverfolgung wird von den Kirchen keineswegs verschwiegen. Es gibt dazu klare Stellungnahmen, Aktionen und Kollekten. Papst Franziskus und Papst Leo XIV. haben mehrfach die Diskriminierung von Christen angeprangert. Aber stets betonten sie das Verbindende der Religionen, vermieden jedes scharfe Wort gegen den sehr folgenreichen Totalitätsanspruch des Islam.

Ein einziges Mal in der jüngeren Geschichte blitzten die antagonistischen Gegensätze zwischen den beiden monotheistischen Religionen spektakulär auf der öffentlichen Bühne auf. Papst Benedikt XVI. hatte am 12. September 2006 in einem Vortrag an der Universität Regensburg Sätze des byzantinischen Kaisers Manuel II. zitiert: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“

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Zwar beteuerte der deutsche Papst, er habe nur die Verwurzelung von Vernunft und Glauben im Christentum – im Unterschied zum Islam mit einer eher „voluntaristischen Gottesauffassung“ – darstellen wollen. Glaube und Gewalt schließen sich demnach generell aus, Glaube und Vernunft hingegen nicht. Deshalb sei im 21. Jahrhundert der friedliche Dialog der Religionen gefordert, der Verzicht auf einen Kampf für die eigene Ausbreitung.

Schadet zu harsche Kritik den verfolgten Christen?

Dennoch war ein Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt mit teilweise gewalttätigen Massenprotesten die Folge des Vortrags. In Mogadischu wurde eine italienische Ordensschwester erschossen. Das damalige geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, beschimpfte die Papstrede als „letztes Glied eines Komplotts für einen Kreuzzug“. Sogar in der Kirche selbst wurde ein „Mangel an Feingefühl“ gegenüber Muslimen kritisiert.

Was allen kirchlichen Stellungnahmen zum Islam in den letzten Jahren gemein war, ist der versöhnliche, dialogorientierte Ton, eine höchstens allgemein formulierte Klage über die Verfolgung von Christen und der Verzicht auf Kritik an den Verantwortlichen für die Diskriminierung von Nichtmoslems in islamischen Ländern. Begründet wird diese Zurückhaltung oft mit der prekären Lage der Christen, denen zu harsche Kritik sogar schaden und sie sogar in Gefahr bringen könnte.

Sehr erfolgreich scheint diese beschwichtigende, konfliktscheue Strategie der Kirchen angesichts der weltweiten Verfolgung der Christen nicht zu sein. Deren Lage in Nigeria beispielsweise hat sich über die Jahre so dramatisch verschlechtert, dass US-Präsident Donald Trump jüngst offen mit einem Militäreinsatz drohte, wenn die Regierung in Abuja die Christen nicht besser schützen würde.

Gewalt gegen Christen auch in Europa

Aber auch in Europa wird das Christentum attackiert. Die Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) registriert jedes Jahr mehr als 2.000 „antichristliche Hassdelikte“. Die wachsende Zahl von Gewalttaten gegen Christen, die Zunahme von Zerstörung und Vandalismus in christlichen Einrichtungen wird von den Kirchen nie in einen Zusammenhang mit der Ausbreitung des Islams gestellt. Dabei sprechen viele Indizien dafür.

Offensichtlich erkennen die Kirchen auch nicht die fatale Diskrepanz zwischen ihrem eher stillen Engagement für verfolgte Christen in der islamischen Welt einerseits und ihrem zuweilen lautstarken Einsatz für den respektvollen Umgang mit Muslimen, für deren Versorgung und Integration in Europa andererseits.

Die Kirchen sind stolz darauf, dass sie christliche Flüchtlinge nicht anders behandeln als muslimische Asylsuchende, die allerdings häufig ihre in der Heimat gepflegten Aversionen gegen Christen und Juden mit nach Europa bringen und das hier nicht einmal sonderlich verbergen. Christen, die vor islamischer Diskriminierung flohen, haben sich vermutlich doch etwas mehr von ihren Glaubensbrüdern in Europa erhofft.

Vorfälle in deutschen Asylunterkünften zeigen, dass auch hier Christen – vor allem Konvertiten – Gewalt und Diskriminierung fürchten müssen. Auch Juden und Homosexuelle, Mädchen und Frauen haben in Deutschland und anderen Ländern bittere Erfahrungen mit den kulturellen Eigenheiten mancher Migranten machen müssen.

Die gefährliche Verweigerung der Realitäten

Bei Themen wie „Gewalt von Asylsuchenden“ oder „Hass auf Ungläubige“ scheinen sich viele Christen in ihre recyclebaren Hanftaschen zu lügen; zuweilen wird aber auch einfach nur schamlos die Unwahrheit verbreitet. Gutmenschen wollen nicht wahrhaben und nicht wahrnehmen, was sie die Geschichte, die Statistiken und der moderne Alltag im Zusammenleben mit Muslimen lehrt.

Man kann den Protagonisten des Islams nicht vorwerfen, dass sie ihre Absichten verschleiern. Die meisten muslimischen Geistlichen und Schriftgelehrten verschweigen nicht, dass ihr Glaube auch eine enorm wirkungsstarke, zutiefst politische Ideologie für die ganze Gesellschaft ist. Eine Erkenntnis, die Christen seit vielen Jahrhunderten immer wieder aufs Neue erfahren und erleiden mussten – und wenig spricht dafür, dass sich daran etwas wesentlich geändert habe.

Der Islam ist zwar tief gespalten zwischen Schiiten und Sunniten, zwischen Bewegungen und Organisationen. Trotz aller Unterschiede zwischen Salafisten, ISIS, Wahhabismus, Hisbollah, Hamas, Taliban oder El Kaida – sie alle sind beseelt vom Willen, die Botschaft des „Propheten“ Mohammed weiterzuverbreiten. Die islamische Welt scheint weit entfernt von einer Phase der Aufklärung; lediglich technologisch und ökonomisch hat sie an die Moderne angedockt.

Zuhören wäre sehr wichtig

„Wer nicht hören will, muss fühlen“, sagt der Volksmund. Man sollte genau hinhören, wenn die Repräsentanten des Islams über die Zukunft Europas sprechen. Die meisten der geistigen und politischen Führer der weltweit knapp zwei Milliarden Muslime verbergen keineswegs, dass die islamische Vision des „Propheten“ Mohammed für die ganze Welt weiter lebendig bleibt. „Der Islam wird Europa erobern, ohne zum Schwert zu greifen oder zu kämpfen“, formulierte es der 2022 verstorbene sunnitische Geistliche Yusuf al-Qaradawi vor fast 20 Jahren.

Nur leicht verblümt betont auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan immer wieder, dass „die Zukunft Europas von Muslimen geprägt sein wird“. Dabei fordert er seine Landsleute im Ausland gern auf, „fünf statt nur drei Kinder zu bekommen“ – die Geburtsstatistiken in Berlin und Dortmund ebenso wie die Situation in vielen deutschen Schulen signalisieren seit Jahrzehnten den Erfolg solcher Appelle. 

Der Mitbegründer der terroristisch-islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und einer ihrer „Top Five“ im Gazastreifen, Mahmoud al-Zahar, äußerte 2023 noch voller Zuversicht, dass bald die ganze Welt islamisch sein werde und es weder „Zionismus noch verräterisches Christentum“ mehr geben werde.

Sehr viel krasser formulieren es Islamisten wie die nicht minder blutrünstigen Vertreter des Islamischen Staates (IS). „Wir werden euer Rom erobern, eure Kreuze zerbrechen und eure Frauen versklaven, mit der Erlaubnis Allahs, des Erhabenen“, drohte der damalige IS-Sprecher Abu Mohammad al-Adnani 2014 in einer Audiobotschaft. Rom steht in vielen islamischen Texten stellvertretend für Europa und die christliche Welt. Der IS-Mitgründer kam 2016 bei einem Luftangriff um.

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Der französische Politologe und Politiker Guillaume Bigot warnt in seinen Büchern vor der Verharmlosung des Islams: „Die Vision von einem toleranten Islam (…) kommt größtenteils einem Mythos gleich“, schrieb der Islamexperte bereits 2016. Eine klare Trennwand zwischen angeblich moderatem und dem radikalen Islam existiere nicht.

So wie ein Mensch, der einmal muslimisch geworden ist, diesen Glauben nach islamischer Anschauung bei der Strafe des Todes nicht mehr aufgeben darf, so ist auch der Gedanke, dass ein einmal muslimisch gewordenes Land wieder zum Glauben des „Propheten“ zurückkehren müsse, in der islamischen Welt weit verbreitet – das betrifft beispielsweise Spanien, Griechenland und das übrige Südosteuropa. 

Auch der Politologe und Jesuitenpater James V. Schall glaubt, dass der Islam in seinem Wesen politisch sei, dabei auch „potenziell gewalttätig“, was sich in der Geschichte immer wieder erwiesen habe. Eine „Religion des Friedens“ könne man den Islam kaum nennen.

Nach wie vor zielt der islamische Absolutheitsanspruch darauf ab, „alle Menschen der Herrschaft Allahs zu unterwerfen“, schrieb das frühere Mitglied des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Gewalt sei kein „extremistisches Randphänomen“, sondern ein Mittel zur Ausbreitung der Religion, Terrorismus könne demnach als „ein Akt der Frömmigkeit“ verstanden werden. 

Für viele Islamisten ist die Zeit der Zurückhaltung vorbei

Je größer die muslimischen Minderheiten in Europa werden, desto selbstbewusster formulieren Aktivisten, Imame und Funktionäre auf YouTube, Instagram und in Blogs, von Kanzeln und in Gebetsräumen den mohammedanischen Machtanspruch auch auf dem alten Kontinent. Gebetsversammlungen von vielen Tausenden Muslimen auf zentralen Straßen und Plätzen in London, Paris, Berlin oder Malmö verweisen auf den Anspruch dieser Minderheit, massiv Präsenz im öffentlichen Raum zu demonstrieren.

Viele hundert Anhänger der „Muslimaktiv-Bewegung“ demonstrieren für ein Kalifat in Deutschland auf dem Steindamm in Hamburg, 27. April 2024

Aufgeschreckt reagierte die Öffentlichkeit in Deutschland allerdings, als bei einer Kundgebung im Mai 2024 in Hamburg islamische Demonstranten lautstark Parolen mit der Forderung nach einem Kalifat skandierten. Immer wieder sind auch auf pro-palästinensischen Demonstrationen islamistische Parolen wie der Ruf nach Kalifat und Scharia in Deutschland zu hören.

Wer den Islam „beleidigt“, riskiert sein Leben

Der französische Geschichtslehrer Samuel Paty war am 16. Oktober 2020 in einem Vorort von Paris von einem 18 Jahre alten Islamisten auf offener Straße geköpft worden; es sollte die Strafe dafür sein, dass Paty Schülern anhand von Mohammed-Karikaturen über Meinungs- und Religionsfreiheit sprechen wollte.

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Aber auch für die französische Ortskirche gilt es nach wie vor, streng zwischen den friedlichen Muslimen und den islamistischen Radikalen zu differenzieren – dabei demonstrierte der Alltag im Iran, in Afghanistan, Saudi-Arabien oder Nigeria eindrücklich, wie die Realitäten in islamisch dominierten Gesellschaften wirklich sind.

Historische Wende: Christen in Deutschland keine Mehrheit mehr

Die Zunahme der Gewalt in Europa kann kaum verstanden werden ohne die Migrationsströme der vergangenen Jahrzehnte. Insbesondere die wachsende Präsenz von Muslimen hat spürbare Folgen für alle Bereiche des Lebens, für Kultur, Politik – und natürlich auch für die praktizierenden Christen (und Juden) in den verschiedenen Ländern.

Das vergangene Jahr war für das Christentum in Deutschland ohnehin ein historischer Wendepunkt: das erste Jahr seit dem Mittelalter, in dem sich weniger als 50 Prozent der Menschen zu einer christlichen Konfession bekannten. Christen sind heute in Deutschland in der Minderheit.

Die aktuellen Herausforderungen für die Kirchen sind keineswegs nur deshalb gewaltig. Die Frage ist, ob sie sich dem dramatischen Wandel wirklich stellen. Voraussetzung dafür wäre sicher eine schonungslose Analyse der Gegenwart.

Die muslimische Minderheit ist in Deutschland inzwischen auf etwa sechs Millionen Menschen angewachsen ist – etwa sieben Prozent der Bevölkerung. Der Islam braucht keine hochgerüsteten Heerscharen mehr, die, wie noch im Mittelalter, erst nach Invasionen und Schlachten gegen christliche Armeen mehr oder minder lang große Teile Süd- und Südosteuropas dominieren konnten. In der Moderne sind es die Migrations- und Flüchtlingsströme, die die Ausbreitung des Islams garantieren.

Der humanitäre Ehrgeiz der Deutschen und Schweden

In Großbritannien und Frankreich wurde der Zuzug der Muslime aus Afrika und Asien durch die Bindungen zu den früheren Kolonien begünstigt. In Schweden oder Deutschland war es vor allem ein humanitärer Ehrgeiz, oft explizit christlich begründet, die Grenzen für die Verfolgten und Benachteiligten der Welt zu öffnen.

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Inzwischen legen Tausende von neuen Moscheen von Rom bis Stockholm, von Belfast bis Wien Zeugnis vom Siegeszug von Koran und Scharia in Europa ab. Mädchen und Frauen „züchtig“ verhüllt in Tschador oder Hijab gehören inzwischen zum Alltag in Schulen, Krankenhäusern, Betrieben und Supermärkten. Tausende von Shisha-Bars, Barbiershops und Dönerbuden prägen ganze Viertel europäischer Städte.

Tabu in Europa: Dunkle Seiten von Migration und Islam

Die allmähliche Islamisierung des Landes haben unbestritten auch eindeutig düstere Seiten, die von keinem vernünftigen Menschen verteidigt werden, wie den Terrorismus, die Kriminalität und die Propaganda der islamistischen Extremisten.

All das ist nun keineswegs ein deutsches Phänomen. Zwar sind die spezifischen Probleme und Herausforderungen in England, Schweden, Irland, Belgien oder Spanien jeweils unterschiedlich.

Allerdings gibt es viele Gemeinsamkeiten, die sich insbesondere in einem veränderten gesellschaftlichen Klima spiegeln. Alltag und „Normalität“ in Schulen, Krankenhäusern, Vereinen oder Gefängnissen, in Bahnhöfen, Jugendclubs oder Schwimmbädern haben sich mit den Jahren merklich verändert. Auch die wachsende Präsenz von orientalischen Großfamilien und Clan-Strukturen sowie von islamischen Geistlichen und Predigern, von islamistischen Aktivisten und Gruppen gehört zu den modernen Phänomenen vor allem der großen Städte Europas.

Das Schweigen der Kirchen über krasse Fehlentwicklungen

Überall auf dem Kontinent ist es allerdings verpönt und meist ein Tabu, die Zunahme von Gewalt gegen Frauen in irgendeiner Weise auch nur entfernt mit der Migration der letzten Jahrzehnte oder gar dem Islam in Verbindung zu bringen.

Dabei sprechen die Statistiken, soweit zugänglich und nicht geschönt, was in vielen Ländern mehr oder minder erfolgreich betrieben wird, eine eindeutige Sprache: Der Anteil der Täter mit Migrationshintergrund ist weit überproportional im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

Die Existenz von Kinderehen und Zwangsheiraten, der grausamen Beschneidung von Mädchen oder die Benachteiligung von Frauen in gewissen orientalischen Familien sind ebenso verdrängte Begleiterscheinungen der muslimischen Migration wie die der breiten Öffentlichkeit verborgene Macht von Imamen und Mullahs bei der Ausübung der Scharia, des islamischen Rechtssystems, mitten in Europa. All diese Phänomene sind für die Kirchen – beispielsweise in öffentlichen Stellungnahmen oder auf Kirchentagen – nur selten ein Thema.

Islamisten in Frankreich gehen teilweise behutsam vor

Im Unterschied zu den Kirchen wird in der Politik zunehmend offen die Problematik der Islamisierung angesprochen. Französische Regierungsstudien warnen inzwischen unverblümt vor einer wachsenden islamistischen Unterwanderung in der Gesellschaft. Ein „Islamismus von unten“ bedroht nach einer kürzlich veröffentlichten Regierungsstudie (Rapport Frères musulmans et islamisme politique en France, PDF) den nationalen Zusammenhalt in Frankreich.

Auch in Deutschland sind die Islamisten aktiv. Über 28.000 Personen zählen laut dem Verfassungsschutzes zur islamistischen Szene, etwa 400 gelten als „Gefährder“, als Extremisten, denen Gewalttaten zugetraut werden.

Anteil der Muslime vor allem in Westeuropa immer größer

Das PEW Research Center, ein renommiertes, politisch unabhängiges Politik-Institut in Washington D.C., hat in einem Bericht drei verschiedene Migrationsszenarien vorgestellt. Bei der Berechnung der Zuwanderungszahlen bei einem „hohen Migrationsszenario“ ging das PEW Research Center davon aus, dass sich der Rekordzustrom von Flüchtlingen nach Europa, den es zwischen 2014 und 2016 gab, in der gleichen Form auf unbestimmte Zeit fortsetzen würde, und zwar mit derselben religiösen Zusammensetzung, d. h. überwiegend Muslime, zusätzlich zum üblichen jährlichen Zustrom regulärer Migranten.

Basierend auf diesem 2017 veröffentlichten Szenario sagte das PEW Research Center voraus, dass sich der Anteil der Muslime in vielen Ländern Europas von derzeit etwa sieben bis neun Prozent binnen 25 Jahren verdoppeln könnte. Unter den gleichen Zuwanderungsbedingungen rechnet das PEW Research Center in Frankreich und Großbritannien in weniger als 25 Jahren mit einem islamischen Bevölkerungsanteil von jeweils etwa 18 Prozent, in Deutschland und Österreich mit jeweils etwa 20 Prozent und im bevölkerungsarmen Schweden mit fast 30 Prozent. Weitgehend verschont von einer solchen Entwicklung wären Ungarn, Irland, Portugal, Tschechien, Kroatien, Rumänien, Polen und die baltischen Staaten. 

Sollte es so kommen, ist es unschwer vorauszusagen, dass die besonders betroffenen Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder Österreich vor einem gravierenden gesellschaftlichen, kulturellen und wohl auch politischen Wandel stehen.

Nirgendwo aber drohen die Veränderungen in Europa so dramatisch zu werden wie in Schweden mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern. Vor 40 Jahren gab es hier nur einige wenige Muslime, heute nähert sich ihr Anteil der Zehn-Prozent-Marke, wobei die muslimischen Migranten vor allem in Städten wie Malmö oder Stockholm leben.

Schmerzliches Erwachen Schwedens aus Multikulti-Träumen

Vor allem die Migration ist für die enorme Zunahme des Drogenhandels, von Gewaltkriminalität, Gewalt gegen Frauen und den entsetzlichen Missbrauch von Kindern verantwortlich, die in mafiaähnlichen Strukturen für gewalttätige Handlangerdienste benutzt werden. Polizei und Justiz haben sich als weitgehend ohnmächtig gegenüber den kriminellen Machenschaften muslimischer Großfamilien und geschlossener Clan- und Bandensysteme erwiesen.

In Schweden könnte es nach den Prognosen des PEW Research Centers 2050 schon mehr als 30 Prozent Muslime geben, wenn der Strom der Migranten in Schweden nicht gestoppt wird. Angesichts dieser dramatischen Situation, deren Entstehung von Linken, Liberalen und Kirchen jahrelang vehement ignoriert wurde, ist das Land inzwischen aufgewacht. Selbst die Sozialdemokraten unterstützen gravierende und strikte Maßnahmen gegen die unkontrollierte Migration und die Ausbreitung der Kriminalität in – überwiegend muslimischen – Parallel- und Gegengesellschaften. Vermutlich ist es aber viel zu spät und eine Rückkehr zu den harmonischen Friedenszeiten Schwedens nach dem Zweiten Weltkrieg scheint ausgeschlossen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche von Schweden legt allerdings auch heute noch den Schwerpunkt ihrer Arbeit mit Einwanderern nach wie vor auf „Inklusion“ und „interreligiösen Dialog“ und befürwortet noch immer eine fast uneingeschränkte Willkommenskultur für Flüchtlinge.

Die Islamisierung ist überall in Europa spürbar

Das Verhältnis der Kirchen zum Islam ist in den europäischen Ländern unterschiedlich. Sehr ähnlich sind die Folgen der schleichenden Islamisierung. Traditionen und Werte des Islam dringen in hunderttausend kleinen Schritten in den Alltag ein und verändern die Gesellschaft – oft aber auch sehr deutlich das Leben in den christlichen Gemeinden und den Kirchen. Hier allerdings ist das selten ein Thema für Reflexion und Debatte.

Wenn es in Deutschland um den Islam geht, richtet sich der Blick fast immer nur auf den Schutz dieser Minderheit gegen Vorurteile, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und „Islamophobie“. Für Christen in Deutschland scheint es kaum etwas Schlimmeres zu geben als die Nähe zur politischen Rechten, als den Ruf, intolerant oder gar rassistisch zu sein.

„Vor kaum etwas haben wir in der Gemeinde mehr Angst, als vielleicht als rassistisch oder islamophob angesehen zu werden“, berichtet eine evangelische Pfarrerin in Düsseldorf, die lieber nicht genannt werden möchte. Das gehe hinauf bis in die Führungsetagen der Landeskirchen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Die Rücksichtnahme auf Empfindlichkeiten anderer Menschen ist grundsätzlich etwas zutiefst Christliches und gilt in der westlichen Zivilisation als Tugend. Die Verleugnung der eigenen Identität allerdings signalisiert angesichts sendungsbewusster, fremder Ideologien eher Kapitulation und Selbstaufgabe.

Ein System der Verunsicherung: „Vielfalt als Chance“

Das Feiern von Weihnachten, Ostern oder Sankt Martin in Kindergärten und Schulen ist seit einigen Jahren keine Selbstverständlichkeit mehr. Vielerorts wurden christliche Traditionen drastisch abgeändert. Begründet wird die neue Normalität stets mit der Rücksicht auf die „religiös und weltanschaulich vielfältigen Gruppen“ – wobei es im Grunde fast immer nur um Muslime geht.

Kitas sollen aus Sicht der evangelischen Kirche „inklusiv, vorurteilsbewusst, kokonstruktiv und partizipativ“ sein, wie es im „Orientierungsrahmen für die religiöse Bildung in evangelischen Kitas“ (PDF) in Bayern heißt. Mit „kokonstruktiv“ ist hier vor allem die respektvolle und aktive Einbeziehung der Kinder in Lernprozesse gemeint, autoritäres Erziehen und „Wissen von oben“ aus Erwachsenensicht werden abgelehnt.

Man kann nur ahnen, welche kollektive Verunsicherung ein solch pädagogischer Ansatz im Umgang mit Drei- bis Sechsjährigen – zumal aus unterschiedlichen Kulturkreisen – auslöst. „Vielfalt“ wird als „Chance“ definiert, einer „Diskriminierung entgegengewirkt“. In evangelischen Kitas „sind Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung willkommen. Die Familienreligiosität der Kita-Kinder (...) wird geachtet.“ 

So wurde in vielen Kindergärten Weihnachten als „Fest des Teilens, der Freude und des Lichts“ erklärt und gemeinsam gefeiert. In einer Kita in Kassel gab es 2016 schon heftige Diskussionen, nachdem auf traditionelle Weihnachtsrituale wie Lieder oder einen Weihnachtsbaum ganz verzichtet wurde, weil die Mehrheit der Kinder keinen christlichen Hintergrund mehr habe.

Immer mehr Schulen laden ihre Schüler während des Ramadans zu einem Fastenbrechen ein, während christliche Bräuche in den Hintergrund rücken. Die Kardinal-von-Galen-Schule in Lette im Münsterland trägt den Namen eines katholischen Würdenträgers – und feiert mit diesem muslimischen Brauch kulturelle Vielfalt, um das „Miteinander zu stärken“.

In Jülich fand am 20. Februar 2026 ein moslemisches Fastenbrechen in einer Kirche statt. „Die Veranstaltung hat mehrere Jahre in einem unserer Pfarrheime stattgefunden, welches aber zu klein wurde angesichts wachsender Teilnahme“, sagte der verantwortliche Pfarrer Hans-Otto von Danwitz auf Corrigenda-Anfrage. „Die Würde des Raums wurde gewahrt. Und gerade für das multireligiöse Friedensgebet, dessen Notwendigkeit in diesen Tagen ja wieder mehr als deutlich wird, bot die Kirche einen sehr guten Rahmen.“ Es ginge darum, die Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen. Die erzeugten Bilder und die Wirkung in sozialen Medien sorgten bei vielen für das Gegenteil. Die Rede war von Anbiederung oder gar Unterwerfung.

An einer 300 Meter langen Tafel in der Keupstrasse im Koelner Stadtteil Mülheim nahmen am 18.03.2026 etwa 5.000 Menschen am öffentlichen Fastenbrechen (Iftar) teil

Viele Mitarbeiter und Laien in den Kirchen fühlen sich fast zwanghaft einer vorurteilsfreien, toleranten, betont fremdenfreundlichen und von christlicher Nächstenliebe geprägten Haltung verpflichtet. Jede Kritik an Migranten, jeder Hinweis auf Rechte und berechtigte Interessen der Menschen, die schon immer hier leben, wird schnell als gefährlich gegeißelt und deshalb gar nicht erst ernsthaft diskutiert. 

In Frankfurt sollte nach Informationen des Verfassers kürzlich eine Muslima Leiterin eines evangelischen Kindergartens werden. Vor den Kirchengremien betont die junge Frau aus Afghanistan ihre Weltoffenheit, ihren Respekt vor dem Christentum und die Liebe zu den Kindern. Allerdings wird sie nicht einmal gefragt, welche Bedeutung der Islam für sie habe und wie ihr Frauen- und Familienbild aussehe.

In vielen Kitas in Köln, auch in solchen mit katholischem Hintergrund, verzichten die Kindergärtnerinnen in der Adventszeit inzwischen gänzlich auf weihnachtliche Lieder, aus Rücksicht auf die vielen islamischen Kinder. In vielen Schulen in Deutschland wird stillschweigend akzeptiert, dass Mädchen aus muslimischen Familien nicht oder nur sehr eingeschränkt am Sportunterricht oder an Schwimmkursen teilnehmen. 

Wenn Fehlentwicklungen Schlagzeilen machen

Wie dramatisch aber vielerorts die Begleiterscheinungen einer neuen, multikulturellen Normalität sind, zeigt sich besonders deutlich in den sozialen Brennpunkten der Städte. In jeder zehnten Schule in Deutschland, etwa 4.000 Schulen, gibt es nach Auskunft von Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, gravierende Probleme mit der hohen Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund: „Das Schlimmste ist, dass die Schwierigkeiten lange einfach ignoriert wurden.“

Die skandalösen Vorgänge an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz illustrieren die Problematik. Die Bild-Zeitung nannte sie „Deutschlands gefährlichste Schule“. Messerangriffe, Amokdrohungen und sexuelle Beleidigungen von Lehrern haben hier über die Jahre zu Hunderten von Strafanzeigen und Polizeieinsätzen geführt – oft genug wegen Körperverletzungen.

Die Vorfälle in Ludwigshafen sind keine lokale Besonderheit, sondern typisch für die Zustände in unzähligen Schulen in ganz Deutschland. Wobei die Ereignisse in der Südpfalz eine besondere Symbolkraft dadurch bekommen, dass bei all den bundesweiten Medienberichten ein sehr wichtiger Aspekt so gut wie nie erwähnt wird: An dieser Realschule beträgt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund an die 90 Prozent und die allermeisten Kinder sind muslimisch.

Ob Staat oder Kirche: Die Reaktionen auf die bedrohlich wachsenden Probleme mit Migranten und ihren Kindern bestehen weitgehend im Wegschauen, Verharmlosen, Bestreiten, Beschönigen, Bagatellisieren – sowie darin, jeden rechtsradikal und rassistisch zu nennen, der die Dinge auch nur vorsichtig beim Namen nennt.

Warnungen gab es – einige wenige auch in den Kirchen

Dies allerdings ist ein europäisches, ja sogar westliches Problem: An der gnadenlosen Diffamierung und Ausgrenzung von Islamkritikern hat sich seit der italienischen Journalistin Oriana Fallaci (1929–2006), dem niederländischen Filmregisseur Theo van Gogh (1957–2004) oder dem deutschen Sozialdemokraten Thilo Sarrazin, der 2009 das Buch „Deutschland schafft sich ab“ veröffentlichte, nichts geändert.

Auch der katholische Publizist und Orientalist Hans‑Peter Raddatz warnte vor einem antichristlichen und antidemokratischen Islam. Die katholische Kirche habe seit dem II. Vatikanischen Konzil eine irrige Kursbindung an den Islam und damit den Boden für eine künftige Dominanz des Islams in Europa bereitet.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Ex-Präfekt der Glaubenskongregation, forderte die Verteidigung christlicher Wurzeln, andernfalls werde Europa zu einem islamischen Kontinent. Laut ihm ist Deutschland bereits in Teilen islamisiert. „Es ist eine Invasion, eine Massenislamisierung Europas“, klagte der kasachische Weihbischof Athanasius Schneider. Er fürchtet einen „Plan internationaler Mächte, die christliche Identität Europas zu verändern“. In einem Interview ergänzte er 2025, dass die Anzahl der muslimischen Bewohner in vielen traditionell christlichen Ländern in naher Zukunft die einheimische Bevölkerung zahlenmäßig übertreffen werde. 

Die islamische Invasion Europas

Der ungarische Bischof László Kiss-Rigó warnte: „Das sind keine Flüchtlinge (...) Sie kommen her und rufen ‘Allah ist groß’. Sie wollen die Kontrolle übernehmen.“ Muslimische Flüchtlinge seien oft „arrogant und zynisch“, eine Gefahr für „universelle christliche Werte“ Europas.

Auch der afrikanische Kardinal Robert Sarah sprach 2019 von einer „islamischen Invasion“, die die christliche Identität Europas bedrohe. Dabei spiele auch der islamistische Terrorismus eine treibende Rolle. „Wie viele Tote braucht es, bis Europas Regierungen die Situation begreifen, in der sich der Westen befindet? Wie viele abgeschlagene Köpfe?“, fragte der Geistliche aus Guinea polemisch.

› Lesen Sie auch: Islamismus durch die Schultür

Der Islam kehre als Eroberer zurück, nachdem er zweimal aus Europa vertrieben worden sei, erklärt Sarah; „diesmal jedoch nicht mit Waffen, sondern durch Demografie und Immigration“. Europas Christentum sei in Gefahr, weil es „nicht den Willen zur Verteidigung der eigenen Religion“ habe. Wenn eine Gesellschaft ihre eigenen Werte verdamme, dann sei sie dem Untergang geweiht.

Der emeritierte amerikanische Kardinal Raymond Burke sprach sich dafür aus, die Einwanderung von Muslimen einzuschränken, da der Islam die europäische Kultur bedrohe. Der Islam wolle die Welt regieren.

Dass heute Politik, Wissenschaft, Medien und Kultur weitgehend aus ideologischer Verblendung und Wunschdenken gegen alle Realitäten von einer multikulturellen Gesellschaft in Europa träumen, ist ein enorm großes Problem, auch für die kommenden Generationen: Sie müssen mit den vielfältigen Folgen einer idealistischen, weltfremden Politik, in Deutschland lange Zeit verantwortet von der christdemokratischen Kanzlerin Angela Merkel, fertig werden.

Für die Christen allerdings sind diese Entwicklungen noch bedrohlicher. Sie verstärken den ohnehin dramatischen Bedeutungsverlust der Kirchen, sie stellen mittelbar die Bedeutung des christlichen Weltbilds in unserer westlichen Gesellschaft massiv in Frage und sie verringern die Präsenz christlichen Lebens im Alltag.

Sündenfall der Kirchenfürsten: Amtskreuz aus Kleinmut ablegen

Wer die eigene religiöse Tradition aus Angst vor möglicher Kränkung anderer relativiert oder versteckt, gibt zumindest aus Sicht vieler zu erkennen, dass er selbst nicht mehr an ihre Bedeutung glaubt.

Symbolisch hierfür sind die Ereignisse im Oktober 2016 auf dem Tempelberg in Jerusalem. Der damalige Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, und der seinerzeitige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hatten damals – angeblich aufgrund der Bitten der Muslime und Juden – jeweils ihr Amtskreuz abgelegt.

Dieses Verhalten, das beide Geistliche später selbstkritisch bedauerten, wirft trotz der späten Einsicht ein Schlaglicht auf die krampfhafte Sehnsucht deutscher Kirchenfürsten, nur nicht bei anderen Religionen anzuecken. Eine fatale Haltung, die kaum einen Imam oder Mullah dazu bewegen wird, jemals ähnlich zu handeln.

Die große Bereitschaft zur Rücksichtnahme funktioniert zwischen den Religionsgemeinschaften fast ausschließlich in eine Richtung. Christliche Symbole werden in Schulen oder öffentlichen Gebäuden entfernt, christliche Feste umgedeutet, christliche Sprache neutralisiert. Fast immer geht es um Respekt und Sensibilität gegenüber islamischen Empfindlichkeiten. Berichte über vergleichbares Handeln von Muslimen im Geiste des „interreligiösen Dialogs“ gibt es kaum. Weder in Europa noch in muslimischen Ländern.

Kirchen sehen in Muslimen vor allem „schützenswerte Minderheit“

Der Umgang der Kirchen mit dem Islam hat viel mit dem Trauma der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus zu tun, mit den Versäumnissen und Fehlern der Christen angesichts der Verfolgung von Minderheiten und dem Völkermord an den Juden. Der Islam wird deshalb kaum noch als religiöse, weltanschauliche und machtpolitische Herausforderung wahrgenommen, sondern als Religion einer schützenswerten Minderheit.

„Nie wieder“ soll sich eine menschenverachtende Ideologie in der Gesellschaft ohne Gegenwehr der Kirchen ausbreiten, nie wieder sollen Christen tatenlos zusehen, wie Minderheiten diffamiert und verfolgt werden. Die Kirchen reagieren auf Islamkritik geradezu reflexartig mit dem Verdacht, hier sei wieder der Ungeist des Faschismus am Werk. Wer pauschal über Muslime urteile, der sei „rassistisch“ – das wird sogar in Papieren der Kirchen behauptet, obwohl Muslime ethnisch nicht zugeordnet werden können.

Die Beschwörung einer angeblich sich ausbreitenden „Islamophobie“ in der Gesellschaft scheint stark übertrieben. Während so gut wie jede jüdische Einrichtung streng geschützt werden muss, sind Angriffe auf Muslime oder islamische Einrichtungen die große Ausnahme.

Immer wieder wenden sich Politiker und Geistliche gegen Vorbehalte gegenüber Muslimen. Angesichts der Tatsache allerdings, dass alle Statistiken und Chroniken den hohen, weit überproportionalen Anteil von Muslimen an Terroranschlägen und anderen schweren Gewalttaten wie Messerstechereien und Gruppenvergewaltigungen ausweisen, wäre es geradezu ein Wunder, wenn ausgerechnet muslimische Männer einen besonderen Vertrauensvorschuss bekämen.

Selbst in der Türkei dringt der Islam wieder in die Politik vor

Ähnliches gilt für das Vertrauen in die Kompatibilität des Islam mit der Demokratie. Der Koran begründet nicht nur ein Glaubenssystem, sondern ist auch die Vorlage für eine Rechtsordnung, ein Gesellschaftsmodell und ein politisches Herrschaftskonzept. Koran, Sunna, also die prophetische Tradition, und Scharia bilden ein umfassendes Regelwerk, das alle Lebensbereiche durchdringt.

Die Trennung von Religion und Politik, wie sie im christlichen Europa nach langen Kämpfen seit der Aufklärung besteht, ist der islamischen Welt bis heute weitgehend fremd geblieben. Einzig dem großen türkischen Reformer Kemal Atatürk gelang es 1923 in einer muslimischen Gesellschaft, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs, eine laizistische Verfassung durchzusetzen. Seit Jahren ist nun aber Präsident der Republik Türkei Recep Tayyip Erdoğan dabei, diesen visionären Fortschritt wieder zu revidieren.

Die Herrschaft des Islam ist so gut wie immer verbunden mit der mehr oder minder brutalen Unterdrückung und Bekämpfung aller anderen Religionen. Überall dort, wo der Islam dominiert, zeigt sich dieser religiöse Totalitarismus mit großer Deutlichkeit. Die christlichen Kirchen klammern sich aber an die Vorstellung eines Islam, der im Kern tolerant und friedlich sei und nur durch äußere Umstände oder radikale Ideologen entstellt werde. Diese naive und gefährliche Sichtweise verhindert eine realistische Einschätzung des Islams.

Auffällig ist auch die moralische Asymmetrie, mit der Christentum und Islam behandelt werden. Das Christentum erscheint fast ausschließlich als eine endlose Geschichte von Verbrechen und Schuld. Kreuzzüge, Inquisition, Kolonialismus und Sklaverei werden völlig undifferenziert ohne zeitlichen Kontext beschworen.

Es scheint verpönt, die Verdienste der christlichen Europäer auch nur zu erwähnen. Diese haben wenig entwickelten Völkern mit teilweise barbarischen, blutrünstigen Traditionen und Kulten einen enormen Zivilisationsschub gebracht: Zugang zu moderner Medizin, Bildung und Technik. Aus christlicher Sicht ist es auch von Bedeutung, die Botschaft Christi verbreitet zu haben. In das Selbstverständnis der Kirchen haben sich aber offenbar vor allem Schuldgefühle, Selbstzweifel und Selbstanklagen ins Bewusstsein eingebrannt.

Der Islam dagegen wird mit einer erstaunlichen Milde betrachtet. Seine eigene Gewaltgeschichte, seine Eroberungskriege, seine jahrhundertelange Unterdrückung religiöser Minderheiten, seine bis heute gültigen Rechtsvorstellungen zu Frauen, Homosexuellen und Andersgläubigen werden relativiert oder verschwiegen. Das frühe islamische Mittelalter wird gerne als Epoche der Toleranz verklärt, obwohl diese Toleranz stets auch an Unterwerfung und rechtliche Ungleichheit der „Ungläubigen“ gebunden war.

Selbstentwaffnung und Selbstverleugnung

Diese doppelte Moral der Kirchen zum eigenen Nachteil wirkt wie eine geistige Selbstentwaffnung. Wer sich selbst ausschließlich als Täter begreift und den anderen als Opfer, ist nicht mehr fähig zu klarer Analyse oder entschlossener Selbstbehauptung. Aus Schuldgefühl wird politische und kulturelle Passivität. Aus Demut wird Selbstverleugnung.

Christliche Intellektuelle übersehen, dass Selbstkritik keine Tugend mehr ist, wenn sie zur Selbstzerstörung führt. Die Kirchen verstehen sich zu sehr als politische Akteure, als moralische Instanzen für Klima, Migration, Diversität oder globale Gerechtigkeit. So gut gemeint das auch sein mag, es ersetzt nicht die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen wie Säkularisierung und Islamisierung, die gravierend das eigene Glaubensfundament und die Stellung des Christentums in der Gesellschaft betreffen.

Statt unbequeme Wahrheiten auszusprechen, suchen die Kirchen moralische Anerkennung in Medien und Politik. Statt die Gläubigen zu stärken, schwächen Kirchen deren Selbstwertgefühl und anstatt – auch unbequeme – Orientierung zu geben, tummeln sich die Kirchen auf dem Markt der Zeitgeist-Themen.

Das Christentum hat Europa geprägt, seine Institutionen, seine Moralvorstellungen, sein Menschenbild. Die Idee der Menschenwürde, der individuellen Freiheit, der Begrenzung von Macht, ja, auch der Gleichheit der Frau, ist ohne das Christentum kaum vorstellbar. Wer dieses Erbe kampflos preisgibt, handelt nicht nur gegen die eigenen Interessen, sondern gefährdet auch die unersetzbare Basis der europäischen Zivilisation und Kultur.

Der Islam ist dabei, Europa ohne Schwerter und Armeen zu erobern. Er breitet sich aus in einem geistigen Vakuum, das die christlichen Kirchen haben entstehen lassen. In einer Gesellschaft, die ihre eigenen Wurzeln nicht mehr kennt oder sie gar verachtet, haben selbstbewusste Ideologien leichtes Spiel. Das historische Urteil über die Christen in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird hart ausfallen. Die Frage ist nicht, ob es gesprochen wird, sondern wann.

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