Schneeballsystem Schweiz
Zu Lebzeiten hat er unzählige Menschen ruiniert und ganze Familien in den Abgrund geführt. Später stürzten sich Filmemacher und Buchautoren auf seine Geschichte, und im Rückblick schwingt neben dem Entsetzen über die kriminelle Energie oft auch eine gewisse Bewunderung mit, wenn es um Charles Ponzi geht.
Der italienische Immigrant war in den USA reich geworden mit dem, was man heute als „ponzi scheme“ oder „Ponzi-System“ kennt. Der einstige Tellerwäscher wurde zum selbsternannten Vermögensverwalter, der Anleger mit fantastischen Renditeversprechen anlockte. Was lange niemand ahnte: Die immer mal wieder ausgezahlten Gewinne an die Kunden stammten nicht aus erfolgreichen Anlagen, sondern aus dem Geld neuer Kunden. Ponzi stopfte jahrelang Löcher, indem er neue Löcher aufriss.
Windige Kriminelle betreiben dieses „Schneeballsystem“ bis heute – genau wie der Staat Schweiz. Nur dass der nicht mit Geld operiert, sondern mit Menschen.
Zuwanderung massiv unterschätzt
Jedes Jahr wächst die Schweiz netto um rund 80.000 Personen. In den zurückliegenden 24 Jahren hat das zu einer Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung um 23 Prozent geführt, wie der Nebelspalter vorrechnet. Im gleichen Zeitraum ist Deutschland um ein einziges Prozent gewachsen. Die Grundlage für das Wachstum in der Schweiz ist die sogenannte Personenfreizügigkeit, die mit der Europäischen Union ausgehandelt wurde. Bevor diese in Kraft trat, hieß es allerdings, es würden höchstens rund 8000 Menschen pro Jahr neu zuziehen. Eine grandiose Fehleinschätzung.
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Am 14. Juni soll der Bevölkerungsexplosion ein Riegel geschoben werden mit der „Nachhaltigkeits-Initiative“. Die SVP fordert in dem Volksbegehren, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 unter zehn Millionen Menschen bleiben muss. Der Abstimmungs-Sonntag wird vor allem von den Gegnern zum Schicksalstag emporstilisiert. Die Rede ist von Abschottung und einem drohenden wirtschaftlichen Ruin, weil die immer stärker überalterte Schweiz dringend frisches Blut aus dem Ausland brauche, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Krankenhäusern drohe der Kollaps, wenn keine Ärzte und Pfleger über die Grenze kommen, auf den Baustellen werde keiner mehr arbeiten.
An diesem Punkt tritt Charles Ponzi auf den Plan.
Bedarf wird gedeckt mit Bedürftigen
Denn zusammen mit den rund eintausend Ärzten, welche die Schweiz jedes Jahr von irgendwo holt, kommen 79.000 zusätzliche Menschen, die früher oder später einen Arzt brauchen. Die rund 3.000 Personen, die sich der Reinigung von Wohnungen und Büros widmen, werden von 77.000 Personen begleitet, die eine Wohnung oder ein Büro benötigen. Und so weiter und so fort. Es ist, als würde man eine kaputte Wasserleitung zuhause über Jahre hinweg nicht reparieren, sondern stattdessen einfach jeden Tag einen Topf mit frischem Wasser beim Nachbarn holen.
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Die Schweiz blockiert die Ausbildung eigener Ärzte mit einem strengen „Numerus clausus“, einer Aufnahmeschwelle, welche einen großen Teil der willigen Studenten davon abhält, Medizin zu belegen. Dafür importiert sie ausländische Ärzte und die künftigen Patienten gleich mit. Auch für andere Bereiche gilt: Was an Fachkräften geholt wird, das wird verzehrt durch den Zufluss von Menschen, die diese beanspruchen.
Warum beispielsweise ist die Bautätigkeit so rege und der Bedarf an Bauarbeitern so groß? Tag für Tag wird in der Schweiz eine Fläche von 55.000 Quadratmetern neu überbaut, was über sieben Fußballfeldern entspricht. Das nur, um der Bevölkerungsexplosion Herr zu werden. Wer nun sagt, eine Begrenzung der Bevölkerung bringe die Baustellen zum Erliegen, der ist geistiges Opfer eines Schneeballsystems. Er reißt Löcher auf und stopft diese mit der Hilfe von Menschen, für die später neue Löcher aufgerissen werden müssen.
Problem verschieben statt lösen
Die Masche von Charles Ponzi blieb lange unentdeckt. Als sie aufflog, war der Schaden bereits angerichtet. Im Fall der Schweiz geschieht alles vor den Augen der Öffentlichkeit. Mit der Begründung, man müsse der Überalterung der Schweizer begegnen. Die Geburtenrate liegt bei einem historischen Tiefstand von 1,29 pro Frau. Das reicht nicht für den Generationenerhalt. Aber statt sich zu überlegen, wie man Familien fördern kann und wie man Berufe, in denen Mangel herrscht, wieder attraktiver macht, wird der Zuwanderung freien Lauf gelassen, weit über den eigentlichen Bedarf hinaus.
Am 14. Juni solle man Nein sagen zur „Chaos-Initiative“, wie die Gegner die Vorlage für eine 10-Millionen-Schweiz nennen, denn das Problem des zunehmenden Dichtestresses müsse man auf andere Weise lösen. Wie diese Lösung seit über 20 Jahren aussieht, ist bekannt. Charles Ponzi wäre stolz auf die Schweiz.
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